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15.01.2012

Keime im Darm können vor Allergien schützen, behaupten dänische Forscher

Kommen kleine Kinder in Kontakt mit einer Vielfalt von Keimen, haben sie ein geringeres Risiko, Allergien zu entwickeln. Diese Theorie haben dänische Forscher entwickelt. Sie entdeckten einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl verschiedener Bakterien im Mastdarm und dem Risiko, eine Allergie zu entwickeln...

Wenn kleine Kinder verschiedenen Arten von Bakterien begegnen, entwickeln sie weniger Allergien. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität von Kopenhagen. Sie vermuten, dass bei vielen „modernen Zivilisationskrankheiten“ ganz neue Ursachen in Betracht gezogen werden müssen.

Überempfindlichkeitsreaktionen oder Allergien betreffen mittlerweile 25% der Bevölkerung von Dänemark. Die Zahl hat in letzten Jahrzehnten zugenommen und die Forscher des Dansk BørneAstma Zentrum [COPSAC, Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood] an der Universität von Kopenhagen haben dafür einige neuen Hypothesen entwickelt.

Bakterien im Darm haben besonderen Einfluss
"In unserer Studie mit über 400 Kindern beobachteten wir einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl verschiedener Bakterien im Mastdarm und dem Risiko, eine Allergie zu entwickeln", berichtete Professor Hans Bisgaard, Berater am Gentofte Krankenhaus, Leiter der Kopenhagener Studie zu Asthma bei Kindern [COPSAC, Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood].

Eine geringere Vielfalt von Darmbakterien in der Kindheit hängt demnach anscheinend mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen im Schulalter zusammen. "Deshalb macht es einen Unterschied, ob das Baby durch den Geburtskanal auf die Welt kommt und dabei mit den ersten Bakterien vom Darm seiner Mutter Kontakt hat oder ob das Baby bei einem Kaiserschnitt nur mit sehr wenigen Bakterien konfrontiert wird. Dies ist möglicherweise ein Grund, warum wesentlich mehr Kinder, die mithilfe eines Kaiserschnitts geboren werden, später unter Allergien leiden".

Die Forscher betonen, dass es nicht auf bestimmte Bakterien ankommt, sondern die Verschiedenheit von Bakterien, denen Kinder begegnen. Sie gehen davon aus, dass der Säugling nur während einer kurzen Zeit von Bakterien beeinflusst werden kann, und zwar während er noch immunologisch unreif ist, d.h. nur einige Monate nach der Geburt.

Die dänischen Wissenschaftler geben zu bedenken, dass die Darmflora und deren Prägung durch verschiedene Bakterien möglicherweise nicht nur auf die Entwicklung von Allergien Einfluss haben könnte, sondern auch auf andere „moderne“ Krankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit.

Quelle: ScienceDaily, Journal of Allergy and Clinical Immunology

Autor: äin-red