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26.03.2021

Internationales Forscherteam: Was wissen und denken Kinder auf der ganzen Welt über COVID-19?

Wissenschaftler aus Spanien, Großbritannien, Brasilien, Australien, Kanada und Schweden haben Kinder auf der ganzen Welt befragt, was sie über Covid-19 wissen und was sie darüber denken. Die meisten wussten viel und einige beschwerten sich u.a., dass Erwachsene die Gefahr für Menschen ihnen gegenüber herunterspielten.

© famveldman - stock.adobe.com

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Während der Pandemie werden/wurden Kinder von Familie und Freunden getrennt, Schulen geschlossen und wichtige Aktivitäten wie das Spielen eingeschränkt.

Es ist bereits viel über die körperlichen Folgen von COVID-19 auf Kinder bekannt. Die Auswirkungen auf ihr geistiges und emotionales Wohlbefinden aus der Sicht der Kinder selbst sind jedoch weniger gut erforscht.

Die kürzlich in PLOS ONE veröffentlichte Studie zeigt den Autoren zufolge, wie wichtig es sei, Kindern zuzuhören, was sie zu sagen haben und welche Informationen sie über COVID-19 wünschen.

An der internationalen Studie nahmen Kinder aus sechs Ländern teil - Großbritannien, Spanien, Kanada, Schweden, Brasilien und Australien.

Die Experten rekrutierten die Kinder über ihre beruflichen und sozialen Netzwerke, zum Beispiel Sportgruppen und sonstige Vereine. Kinder im Alter von sieben bis 12 Jahren wurden u.a. gefragt, wie sie Informationen über COVID-19 erhalten haben, was sie über das Virus wissen und ob sie verstanden hätten, warum sie zu Hause bleiben sollten.

Unterschiedliche Einschränkungen

Die teilnehmenden Kinder waren unterschiedlichen Einschränkungen unterworfen. In Tasmanien, wo der australische Arm der Studie durchgeführt wurde, gab es die höchsten Einschränkungen. Insgesamt nahmen 49 Kinder aus Tasmanien an der Umfrage teil und 390 Kinder aus anderen Ländern.

Bei der Durchführung der Umfrage gab es zwischen den Ländern deutliche Unterschiede. So variierte die Anzahl der gemeldeten Erkrankungen und Todesfälle aufgrund von COVID-19. Auch die Reaktionen der Regierungen darauf und das Ausmaß der Einschränkungen waren nicht vergleichbar.

Beispielsweise waren die gemeldeten Todes- und Krankheitsfälle in Ländern wie Großbritannien und Brasilien viel höher als in Australien. In Schweden besuchten Kinder weiterhin die Schule, während die meisten Kinder in anderen Ländern von zu Hause aus lernten.

In einigen Bereichen ähnliche Erfahrungen

In den verschiedenen Ländern gab es viele Ähnlichkeiten in den für Kinder wichtigen Dingen, was sie zu sagen hatten und was sie wissen wollten. Es gab aber auch Unterschiede zwischen den Ländern und zwischen Kindern.

Mehr als die Hälfte der Kinder gab an, viel oder ziemlich viel über COVID-19 zu wissen. Ihre Kommentare waren u.a.:

  • "Es ist ein dummes Virus."
  • „Es breitet sich sehr schnell aus."
  • "Die Leute spielen es herunter und sagen mir, dass es keine Menschen töten kann, aber ich weiß, dass jeden Tag Menschen sterben."

Sie hatten aber auch Fragen:

  • "Wie und wo hat es angefangen?"
  • "Wie sieht das Coronavirus eigentlich aus?"
  • "Wie macht es einen Menschen krank?"

Einige sagten, sie wollten nichts mehr über das Virus wissen:

  • "Es ist langweilig."
  • "Ich will nichts davon wissen, weil es Menschen tötet, und das macht mich traurig."

Kinder äußerten unterschiedliche Gefühle gegenüber COVID-19. Sie sagten, sie fühlten sich "besorgt", "verängstigt", "wütend" und "verwirrt".

Kinder wussten, dass das Virus für schutzbedürftige Menschen besonders gefährlich ist:

  • "Es kann möglicherweise alte und kranke Menschen töten."

Und sie vermissten ihre Freunde und Familie:

  • "Wann können wir wieder zur Schule gehen?"

Die meistern Informationen kommen von Eltern

Kinder erhielten Informationen über COVID-19 aus verschiedenen Quellen, hauptsächlich aber von ihren Eltern und Lehrern. Heranwachsende informierten sich auch bei Freunden, über Fernsehsendungen und im Internet,  .

Die Kinder verstanden, worum alle gebeten wurden. Sie hatten auch die Bedeutung neuer Wörter und Begriffe dafür gelernt. Sie wussten also, was soziale Distanzierung bedeutet und dass sie 1,5 m Abstand halten müssen.

Kinder hatten wichtige Botschaften in diesem Zusammenhang ebenso begriffen, wie z.B. wie man sich die Hände wäscht, dass man das Gesicht nicht berühren sollte und zu Hause bleiben sollte, um Leben zu retten.

Warum ist es wichtig, zu wissen, wie Kinder die Coronapandemie erleben?

Kinder leisten einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung der Ausbreitung des Virus. Sie dürfen/durften Verwandte und Freunde nicht mehr sehen und sind/waren bei wichtigen Aktivitäten, die Teil ihres "normalen" Lebens ausmachen, deutlich eingeschränkt. Dies sollte die Gemeinschaft anerkennen und ihnen dafür danken.

Die internationalen Experten sind der Auffassung, dass Kinder das Recht haben, Informationen in einer Form zu erhalten, die für ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden angemessen ist. Kinder müssen die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und zu erfahren, was COVID-19 für sie und die Erwachsenen bedeutet, denen sie vertrauen, einschließlich Eltern und Lehrern.

Kinder haben Fragen

Kinder haben Fragen zu COVID-19. Die Fragen sind für jedes Kind unterschiedlich und nicht alle Kinder möchten die gleiche Menge an Informationen.

Erwachsene sollten Zeit und Raum für Gespräche mit Kindern nutzen. Sie können fragen:

  • "Was würdest du gerne wissen?"
  • "Was möchtest du fragen?"

Quelle: medicalXpress/The Conversation, PLOS ONE

Autor: äin-red