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19.01.2022

Infektiöse Mononukleose oder Kuss-Krankheit: Mindestens 3 Wochen schonen

Heranwachsende, die sich mit dem Epstein-Barr-Virus infizieren und eine infektiöse Mononukleose, auch „Pfeiffersches Drüsenfieber“ oder "Kuss-Krankheit" genannt, entwickeln, sollten sich mehrere Wochen schonen, viel trinken und vier bis sechs Wochen keinen Sport treiben.

„Die Milz ist bei einer infektiösen Mononukleose vergrößert und besonders empfindlich, sodass sie in sehr seltenen Fällen – bei etwa 1% der Erkrankten- reißen kann. Insbesondere Kontaktsportarten und Heben von schweren Gewichten sind riskant. Ein Milzriss bzw. eine Milzruptur ist gefährlich, da innere Blutungen die Folge sind, die eine Notoperation erforderlich machen“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Ein Milzriss löst Fieber und Bauchschmerzen im linken Oberbauch aus.

Die Hauptsymptome der Mononukleose sind Fieber, Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Müdigkeit. Der Kinder- und Jugendarzt kann durch Befragung, Untersuchung und Blutabnahme erkennen, ob ein Heranwachsender unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber leidet. Bei kleinen Kindern kann die Krankheit aber auch ohne Beschwerden verlaufen. Selten können Kinder, die an Mononukleose erkranken, in der Folge eine Hirnhautentzündung oder Herzmuskelentzündung entwickeln, auch ein starker Rückgang der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder eine Entzündung der Hoden (Orchitis) ist möglich.

Das Epstein-Barr-Virus gehört zu der Familie der Herpes-Viren. Das Virus wird durch Speichel, Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders häufig sind Menschen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren betroffen. „Gegen Mononukleose gibt es keine Impfung und keine Medikamente, es ist nur möglich, die Beschwerden, wie Fieber und Schluckbeschwerden, zu lindern. Erst wenn sich Bakterien zusätzlich zur Viruserkrankung stark verbreiten können, z.B. in Form einer bakteriellen Superinfektion der Mandeln, sind Antibiotika sinnvoll,“ verdeutlicht Dr. Niehaus.

Eine Ansteckung ist oft schwer zu vermeiden. Eltern können darauf achten, dass ihr Kind nicht mit anderen Geschirr und Besteck teilt. Nachdem sich ein Mensch infiziert hat, bleiben die Viren „schlafend“ lebenslang im Körper. Wenn das Immunsystem aktiv wird, z.B. durch einen anderen Erreger, können sich die Viren wieder vermehren und der Träger kann sie über den Speichel oder andere Körperflüssigkeiten erneut an andere weitergeben. Ein Großteil der Erwachsenen ist vermutlich Virusträger.

Quellen: MMW - Fortschritte der Medizin, AAP Healthychildren.org
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red