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29.12.2021

Heute kaum noch Sportverbot bei kindlichem Rheuma – Bewegung wird sogar empfohlen

Die Behandlung des kindlichen Rheumas, das am häufigsten in Form der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) auftritt, hat in den letzten 25 Jahren gewaltige Fortschritte erzielt. In den meisten Fällen können die Entzündungen in den Gelenken so gut kontrolliert werden, dass keine Schäden bleiben und Bewegung möglich ist und sogar empfohlen wird.

© .shock - Fotolia.com

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„Bei betroffenen Kindern greift das Immunsystem meist die Gelenke an, die sich entzünden, schmerzen, anschwellen, steif werden können und die Bewegung einschränken. Mit den neuen Behandlungsoptionen können Ärzte in den ersten sechs Monaten diese Entzündungsaktivitäten deutlich verringern und bewirken, dass Kinder im Verlauf von 3 Jahren in Bezug auf ihre Gesundheit eine ähnliche Lebensqualität wie Gleichaltrige erreichen“, verdeutlicht Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Dennoch bewegen sich die meisten Kinder mit JIA deutlich weniger als ihre Altersgenossen – vielleicht u.a. aus Angst, dass sich ihre Krankheit dadurch zu verschlimmern könnte.
„Dabei können junge Patienten durch regelmäßigen Sport ihre Ausdauer, Muskelkraft und Beweglichkeit verbessern“, betont Dr. Fegeler. Eine individuelle Sporttauglichkeitsbeurteilung mit Beratung könnte Unsicherheiten bei Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern beseitigen und die Grenzen besser einschätzen helfen. Die sportliche Belastung bzw. Bewegungsintensität kann dann der jeweiligen Krankheitsphase angepasst werden.

Die meisten Kinder sind bei der Diagnose JIA zwischen 2 und 5 Jahre alt. Idealerweise hilft ein rheumatologisch erfahrener oder subspezialisierter Kinder- und Jugendarzt Eltern und Kindern, die Behandlung zu koordinieren. Ein multiprofessionelles Behandlungsteam mit Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen und Sozialpädagogen sorgen neben der medizinischen Betreuung für eine optimale Versorgung des jungen Rheumapatienten. Neben der medikamentösen Bekämpfung der Gelenkentzündungen ist die physikalische Therapie ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie wird zunehmend auch durch medizinische Trainingstherapien ergänzt.

Etwa 15.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von JIA betroffen.

Quellen: Monatsschr KinderheilkdZ Rheumatol, Healthychildren.org

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red