Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

23.02.2022

Heimtrainer unzugänglich für kleine Kinder aufbewahren

Mit der Coronapandemie stieg die Nachfrage nach Heimtrainern. In Amerika gab es Anfang 2021 Schlagzeilen aufgrund eines sechsjährigen Kindes, das unter ein Laufband gezogen wurde und an seinen Verletzungen verstarb.

„Dies ist zwar ein extrem unglücklicher Fall, aber vielen Eltern ist die Verletzungsgefahr, die von diesen Geräten ausgeht, nicht bekannt. Es gab in den USA Berichte von Abschürfungen, Knochenbrüchen, Zerrungen oder gar Fingeramputationen als Folge von Verletzungen mit Sportgeräten. Insbesondere elektrische Geräte, wie z.B. Crosstrainer, Räder, Rudermaschinen oder Ellipsentrainer, können zu Verletzungen führen“, warnt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Nach Angaben des National Electronic Injury Surveillance System wurden in den USA allein im Jahr 2019 landesweit fast 21.000 Kinder wegen Verletzungen durch Heimtrainingsgeräte in Notaufnahmen behandelt.

Selbst einfache Geräte wie TRX-Bänder können Kindern bei falschem Gebrauch gefährlich werden, z.B. wenn Kinder sie als Schaukel gebrauchen. Gewichte können, wenn sie nicht gesichert sind, u.U. auf Kinderhände fallen. Idealerweise bewahren Eltern Sportgeräte in einem Raum auf, der abgeschlossen werden kann. Bei elektrischen Geräten ziehen Eltern vorsichtshalber den Stecker raus, wenn sie nicht in Gebrauch sind, und verstauen das Kabel.

Unfälle ereignen sich bei kleinen Kindern im Vorschulalter (insbesondere bis zu 4 Jahren) vor allem wenn sie die sich bewegenden Teile berühren oder wenn sie auf ein aktives Gerät fallen. Erwachsene sollten deshalb immer darauf achten, dass sich kein Kleinkind hintern ihnen oder in der Nähe befindet, wenn sie trainieren. Größere Kinder und Jugendliche (10 bis 18 Jahre) verletzen sich eher, weil sie ein Gerät nicht richtig anwenden. Manche Trainingsgeräte erfordern ein Mindestgewicht, um sicher zu funktionieren. „Mit den Kabeln des Equipments, des Tablets oder Pulsmessers am Gerät können sich kleine Kinder zudem versehentlich strangulieren“, warnt Dr. Niehaus. „Wichtig ist es auch, klare Regeln aufzustellen. Kleine Kinder müssen wissen, dass das Equipment für sie tabu ist und größere Kinder dürfen diese – wenn sie für sie geeignet sind – nur mit richtiger Einweisung und/oder in Gegenwart der Eltern nutzen“, ergänzt die Expertin.

Quellen: Am J Emerg Med., AAP healthychildren.org, CPSC
__________________
Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red