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30.01.2019

Grundschulkinder verbrühen sich häufig mit Fertigsuppen aus der Mikrowelle

Instant-Suppen oder Nudelsuppen aus der Mikrowelle verursachen mehr als 20% der Verbrühungen bei Kindern im Durchschnittsalter von 7 Jahren. Darauf macht eine aktuelle amerikanische Studie aufmerksam.

© fotohansel - Fotolia.com

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In den meisten Fällen war demnach bei diesen Kindern der Rumpf betroffen. „In diesem Alter bereiten sich Kinder oft schon etwas selbst zu. Befindet sich die Mikrowelle beispielsweise etwas höher, müssen Kinder jedes Mal, wenn sie etwas warm machen, es von oben herunternehmen. Aber auch, wenn sie ein Gefäß mit erhitzter Flüssigkeit in die Hand nehmen, können sie leicht abgelenkt werden und etwas verschütten. Ihnen ist meist nicht klar, wie heiß das Essen ist, weil Mikrowellen Lebensmittel nicht gleichmäßig erhitzen“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Deshalb sollten jüngere Kinder keinesfalls unbeaufsichtigt etwas in der Mikrowelle zubereiten.

Insgesamt gelten einer umfangreichen deutsch-österreichischen Studie vor allem kleine Kinder zwischen einem und drei Jahren als besonders gefährdet für thermische Verletzungen. Knapp drei Viertel dieser Verletzungen machen Verbrühungen aus. In diesem Alter beginnen Kinder ihren Radius zu erweitern, aber sind sich der Gefahren noch nicht bewusst. Sie verbrühen sich insbesondere, wenn sie unbemerkt nach etwas Heißem greifen. Sind größere Hautflächen betroffen, sollten Eltern immer den Notarzt rufen. „Hat sich ein Kind verbrüht, sollten Eltern rasch die heiß getränkte Kleidung entfernen und die verbrühten Stellen mit handkaltem Wasser kühlen, um die Hitzeeinwirkung zu beenden und den Schmerz zu lindern. Lässt sich der Stoff nicht lösen, können kalte nasse, saubere und fusselfreie Tücher immer wieder neu aufgelegt werden. Bei Neugeborenen und Säuglingen sowie einer größeren verletzten Körperoberfläche von mehr als 15% verzichten Ersthelfer besser auf eine Kühlung, da die Gefahr der Unterkühlung besteht“, rät Dr. Niehaus.

Bei Kleinkindern besteht bereits ab einer verbrühten Körperoberfläche von 8% Lebensgefahr. Als Faustregel für die Beurteilung der verbrannten Körperoberfläche kann die sog. Handflächenregel helfen: Die Handfläche des Betroffenen entspricht 1% seiner Körperoberfläche. Kopf und Hals machen bei Kindern 16% aus, Arme je 9%, Vorder- und Rückseite des Rumpfes je 16%, Beine je 17%.

Quelle: Burns, AAP News
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red