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07.02.2020

Grippeimpfung halbiert das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt

Eine aktuelle Arbeit, die in der Zeitschrift “Clinical Infectious Disease” veröffentlicht wurde, ist eine der wenigen Studien weltweit, die die Wirksamkeit einer Grippeimpfung bei Kindern und das Risiko eines Krankenhausaufenthalts aufgrund von Influenza-Komplikationen untersucht hat.

© BeTa-Artworks - Fotolia.com

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In Israel, in den USA und in Österreich (ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 8. Lebensjahr) gilt die Empfehlung, Kinder bis zu 8 Jahren, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden oder die zuvor nur eine Dosis Grippeimpfstoff erhalten haben, zwei Impfdosen zu verabreichen.

Kinder, die nach diesen staatlichen Richtlinien geimpft wurden, sind wesentlich besser vor Influenza geschützt als diejenigen, die nur einen Impfstoff verabreicht bekommen haben, erklärte Hannah Segaloff, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der U-M School of Public Health und Hauptautorin der Studie.

Grippeimpfung insbesondere bei chronischen Krankheiten wichtig

"Mehr als die Hälfte unserer Studienpopulation hatte Grunderkrankungen, die ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen im Zusammenhang mit Influenza darstellen können. Daher ist die Vorbeugung von Influenza in dieser Gruppe von entscheidender Bedeutung", betonte sie. "Unsere Ergebnisse zeigten auch, dass der Impfstoff in drei verschiedenen Grippesaionen mit unterschiedlichen zirkulierenden Viren wirksam war, was die Bedeutung einer jährlichen Impfung, unabhängig davon, welches Virus im Umlauf ist, bestärkt."

Die retrospektive Studie verwendete Daten der Clalit Health Services, eine der größten von vier staatlich Krankenkassen in Israel, um die Impfdaten von 3.746 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 8 Jahren auszuwerten, die in eines von sechs israelischen Krankenhäusern eingeliefert wurden. Sie wurden in den drei Grippesaisonen 2015-16, 2016-17 und 2017-18 auf Influenza getestet.
Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass der Grippeimpfstoff die Krankenhausaufenthalte infolge einer Grippe um 54% reduzierte, sondern sie bestätigen auch, dass die Verabreichung von zwei Impfdosen bei Kinder bis zum Alter von 8 Jahren, die noch nie geimpft wurden oder nur eine Dosis zuvor erhalten hatten, wirksamer ist als die Verabreichung einer Dosis.

"Kleine Kinder haben ein hohes Risiko, aufgrund von Komplikationen infolge einer Grippe ins Krankenhaus zu müssen", sagte Studienmitautor Mark Katz, leitender Forscher am Clalit Research Institute und stellvertretender klinischer Professor an der BGU School of Public Health und Medical School for International Health.

"Kinder mit Grunderkrankungen wie Asthma und Herzerkrankungen haben ein noch größeres Risiko, Komplikationen zu erleiden. Es ist wichtig, Influenza-Infektionen in diesen Bevölkerungsgruppen vorzubeugen." In Deutschland rät die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin deshalb, Kinder mit chronischen Erkrankungen wie z.B. Asthma, Stoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber, der Niere oder mit neurologischen Behinderungen inklusive Krampfleiden aufgrund ihres erhöhten Risikos gegen Grippe zu impfen.

"Diese Studie spiegelt eine frühere Studie wider, die wir am Clalit Institute durchgeführt haben, in der festgestellt wurde, dass der Grippeimpfstoff das Risiko von Krankenhauseinweisungen bei schwangeren Frauen um 40% senkt", sagte Ran Balicer, Direktor des Clalit Research Institute und Professor an der BGU School of Public Health.

"Sie bekräftigt, dass Impfungen die wirksamste Methode zur Vorbeugung von Grippe und Krankenhausaufenthalten sind. Wir hoffen, dass die Eltern mit diesen Fakten eine fundierte Entscheidung bezüglich der Impfung ihrer Kinder treffen."

Die Forscher wünschen sich, dass diese Studie und weitere Studienergebnisse die Impfraten in der breiten Öffentlichkeit und insbesondere bei Kindern erhöhen werden.

Quellen: ScienceDaily, University of Michigan, Clinical Infectious Diseases






Autor: äin-red