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13.11.2020

Gehörlose oder schwerhörige Kinder profitieren längerfristig von einer frühzeitigen Therapie

Kinder, die taub oder schwerhörig sind und frühzeitig behandelt werden, erreichen eher ihre Kindergartenreife als Kinder, die später entsprechend therapiert wurden. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie, die in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde.

Gehörlose oder schwerhörige Kinder, die im Alter von 6 Monaten an einer Frühintervention teilnahmen, waren laut einer im September online veröffentlichten Studie eher so weit in ihrer Entwicklung, dass sie den Kindergarten meistern konnten, als Kinder, denen später eine Intervention zuteil wurde.

Prof. Dr. Jareen Meinzen-Derr, Ph.D., M.P.H. von der University of Cincinnati, und Kollegen untersuchten die langfristigen Auswirkungen von frühen Behandlungsmaßnahmen auf die Ergebnisse der Kindergarteneignung von gehörlosen oder schwerhörigen Kindern. Die Daten stammten aus dem Ohio Early Hearing Detection- und Interventionsdaten-Projekt (Ohio Early Hearing Detection and Intervention Data Linkage Project), das Aufzeichnungen für 1.746 Säuglinge zusammenfasste, bei denen ein dauerhafter Hörverlust festgestellt worden war und die von 2008 bis 2014 geboren worden waren. Für 417 Kinder lagen Kindergartenaufzeichnungen vor. Für 385 Kinder standen Bewertungen der Kindergartenreife zur Verfügung.

Die Forscher fanden heraus, dass für taube und schwerhörige Kinder, die früh (vor dem 6. Lebensmonat; 222 Kinder) an einem Frühförderprojekt teilnahmen, die Wahrscheinlichkeit, reif für den Kindergarten zu sein, im Vergleich zu Kindern, die später gefördert wurden (nach dem 6. Lebensmonat; 33,8 gegenüber 20,9 Prozent), erhöht war.

"Um sicherzustellen, dass Kinder, die taub oder schwerhörig sind, die Bildung erhalten, die für die Entwicklung notwendig ist, ist es wichtig, vor dem Kindergarten entscheidende Grundfertigkeiten aufzubauen", schreiben die Autoren.

Quelle: HealthDay, Pediatrics









Autor: äin-red