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13.10.2021

Für Krebs gibt es bei Kindern keine Vorsorgeuntersuchungen – bei bestimmten Symptomen sicherheitshalber Pädiater aufsuchen

Krebs tritt bei Kindern selten auf. Deswegen ist eine generelle Vorsorgeuntersuchung, welche auch sehr umfangreich sein müsste, nicht möglich Es gibt aber einige Anzeichen, die auf Krebs hindeuten können - aber nicht müssen - und die Eltern näher untersuchen lassen sollten.

„Ein unerklärlicher Knoten z.B. am Rumpf könnte auf eine Gewebsneubildung hinweisen. Mehrere Wochen lang geschwollene, vergrößerte Lymphknoten, ohne dass beispielsweise eine Atemwegserkrankung oder Ähnliches vorliegt, könnten auf eine Leukämie oder ein Lymphom hindeuten. Blasse Haut und blaue Flecken, die nicht erklärbar sind, könnten ebenso ein Warnzeichen für Leukämie sein. Kopfschmerzen, die vor allem morgens sehr stark sind oder von Erbrechen begleitet sind, könnten in seltenen Fällen auf einen Hirntumor hinweisen“, berichtet Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). 

Leukämie ist die häufigste Form von Krebs im Kindesalter, gefolgt von Tumoren des zentralen Nervensystems wie im Gehirn und Rückenmark. In Deutschland macht die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen im Kindesalter aus. Etwa 500 Kinder erhalten jährlich diese Diagnose, insbesondere im Kleinkindalter. Circa 90?% der Kinder mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) überleben mittlerweile langfristig und neuartige Therapiemethoden können Folgeschäden verhindern oder zumindest stark reduzieren.

Die Behandlung muß zwingend in hochspezialisierten Zentren erfolgen. Leider sind diese in der Regel weit vom Wohnort entfernt. Eine Mitaufnahme von Eltern wird diese Belasteng ein wenig  mildern.

„Betroffene Kinder und Jugendliche benötigen auch längerfristig individualisierte regelmäßige Nachuntersuchungen, die Eltern zusammen mit dem Pädiater planen sollten, um Risiken, die mit der Erkrankung und der Therapie verbunden sind, zu überwachen und bei Bedarf eingreifen zu können“, rät Professor Nentwich. Ob die Krebsbehandlung Einfluss auf das Wachstum, die Skelettreifung, die intellektuelle und die sexuelle Entwicklung und die Organfunktionen hat, ist ein Thema dieser Nachuntersuchungen.
Sehr wichtig ist in allen Fällen ein gut vorbereiteter Wechsel in die Erwachsenenmedizin. 

Quellen: Monatsschr Kinderheilkd, Pediatrics, Newswise, Penn State Health
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red