Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

19.03.2014

Frühgeborene: Liebevoller Körperkontakt ist wichtig

Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift Biological Psychiatrie vorgestellt wurde, profitieren Frühgeborene selbst noch nach 10 Jahren vom liebevollen Körperkontakt mit ihrer Mutter als Baby. Körperlicher Kontakt ist für Babys sehr wichtig für ihre körperliche und geistige Entwicklung.

Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift Biological Psychiatrie vorgestellt wurde, profitieren Frühgeborene selbst noch nach 10 Jahren vom liebevollen Körperkontakt mit ihrer Mutter als Baby. Körperlicher Kontakt ist für Babys sehr wichtig für ihre körperliche und geistige Entwicklung.

Dies wurde in der Vergangenheit aus den traurigen Beobachtungen von im Krankenhaus vernachlässigten Babys und in Waisenhäusern aufgewachsenen Kindern. Diese entwickelten viele Probleme, die von Depressionen bis zu Gedeihstörungen reichten.
Um zu klären, wie früher Körperkontakt sich auf die Entwicklung auswirkt, haben Prof. Dr. Ruth Feldman von der Bar-Ilan-Universität in Israel und ihre Kollegen frühgeborene Babys mit und ohne frühen Körperkontakt zehn Jahre lang begleitet. Feldmann erklärt, dass dies eine der ersten Arbeiten ist, die nachweisen, dass der mütterliche Körperkontakt bei Neugeborenen noch eine Dekade später einen positiven Einfluss auf das Kind hat.

Die israelitischen Wissenschaftler verglichen die Standard-Behandlung im Brutkasten mit einer neuen Form der Frühgeborenen-Betreuung, der Kagaroo-Care (KC) oder Känguruhen. KC wurde ursprünglich in Columbia als Alternative zum Brutkasten entwickelt, wenn nicht ausreichend zur Verfügung standen. Dabei schützt die Körperwärme der Mutter die Babys vor dem Auskühlen.

In ihrer Arbeit baten sie 73 Mütter zwei Wochen lang für eine Stunde täglich mit ihrem Baby auf der Frühgeborenenstation engen Körperkontakt zu haben. Parallel dazu beobachteten sie 73 frühgeborene Babys, die die Standard-Behandlung im Brutkasten erhielten. Bei beiden Gruppen erfassten die Forscher im Verlauf von zehn Jahren sieben Mal den Entwicklungsstand.

Feldmann und ihre Mitarbeiter stellten im ersten halben Jahr fest, dass Mütter der KC-Gruppe sensibler auf ihre Babys reagierten und mehr mütterliche Verhaltensweisen zeigten. Die Kinder der KC-Gruppe schnitten bei Tests (geistigen Fähigkeiten und exekutiven Funktionen), die die Wissenschaftler ab einem Alter von sechs Monaten bis zu 11 Jahren bei ihnen ausführten, besser ab als die Kinder der Vergleichsgruppe ab. Mit zehn Jahren zeichneten sich die KC-Kinder durch gute neuroendokrine Reaktionen auf Stress, eine ausgereifte Funktion des autonomen Nervensystems und gute geistige Kontrolle aus.

Feldman kommentiert die Ergebnisse folgendermaßen: „Kangaroo Care ist eine leicht anzuwendende Intervention, die wenig kostet und zudem langanhaltende positive gesundheitliche Auswirkungen in vielerlei Hinsicht hat. Diese Methode sollte deshalb bei allen Frühgeborenen in der Welt eingesetzt werden.“

Quelle: ScienceDaily, Biological Psychiatry

(KIN-red)

Autor: äin-red