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19.08.2009

Finger eingeklemmt: Kühlung lindert Schmerzen

Kleine Kinder haben ihre Finger überall, sodass sie schnell zwischen Fenster, Türen oder Schubladen geraten. Eingeklemmte Finger sind sehr schmerzhaft. Wenn Eltern die Finger ihrer Kinder unter laufendes kaltes Wasser halten, lindert dies die Schmerzen und verhindert, dass die betroffenen Finger zu sehr anschwellen ...

Kinder im Vorschulalter haben ihre Finger häufig zwischen Türen und Schubladen, sodass sie oft versehentlich eingeklemmt werden. „Finger sind besonders empfindlich, da sie wichtige Tastfunktionen haben. Deshalb sollten Eltern den eingeklemmten Finger etwa 5 Minuten unter fließendes kaltes Wasser halten und einen kalten Umschlag anfertigen. Dies lindert die Schmerzen und verhindert zugleich, dass der Finger zu sehr anschwillt“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Nehmen die Schmerzen zu, schwillt der Finger stark an, verfärbt sich der Fingernagel oder hat sich das Kind eine tiefe Wunde zugezogen, oder steht der Finger unnatürlich ab, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. Auch wenn sich innerhalb von Tagen Fieber entwickelt, sollten sie einen Arzt konsultieren, da dies auf eine Infektion hinweisen kann. Bei Kindern unter einem Jahr sollten Eltern einen eingeklemmten Finger immer sicherheitshalber vom Kinder- und Jugendarzt begutachten lassen, um bleibende Schäden z.B. am Nagelbett zu vermeiden.

Bei Quetschverletzungen der Fingerenden kann der Nagel heftig zu pochen beginnen. Denn unter den Nagel fließendes Blut kann nicht ausweichen. „Sobald der Kinder- und Jugendarzt dann ein Loch in den Nagel einfügt, lässt der Druck nach. Eltern sollten aber auf keinen Fall selbst versuchen, den Nagel des Kindes aufzubohren, denn diese so genannte Nagelbett-Trepanation muss unter sterilen Bedingungen stattfinden. Anschließend wird der Finger bandagiert, damit keine Keime eindringen können“, erklärt Dr. Niehaus.

Autor: äin-red