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26.12.2017

EAP und ECOG fordern: Medienkonsum einschränken, um Übergewicht zu bekämpfen

Die European Academy of Paediatrics (EAP) and die European Childhood Obesity Group (ECOG) haben eine Stellungnahme veröffentlich, in der sie noch enimal auf den Zusammenhang von umfangreichen Mediengebrauch bei Heranwachsenden und der Entwicklung von Übergewicht hinweisen. Sie empfehlen deshalb, dass Eltern den Mediengebrauch von Kindern einschränken sollen.

© bruno135_406 - Fotolia.com

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Eine Arbeitsgruppe der European Academy of Paediatrics (EAP) und der European Childhood Obesity Group (ECOG) überprüfte die Vermutung, dass es zwischen dem Gebrauch von Medien und der zunehmenden Anzahl von übergewichtigen Kindern in Europa einen Zusammenhang gebe. Sie kam zu dem Schluss, dass der Umgang mit Medien einen starken Einfluss auf das Übergewicht bei Kindern in Europa hat. Die Ergebnisse dokumentieren, dass Eltern und die Gesellschaft ein besseres Verständnis für den Einfluss von Medien auf die Ernährungsgewohnheiten von Kindern entwickeln müssen, so ihr Fazit in einer Stellungnahme, die EAP und ECOG in dem Fachblatt „Acta Paediatica“ veröffentlicht haben.

Heute besitzen 97% der europäischen Haushalte einen Fernseher, 72% einen PC, 68% der Haushalte verfügen über einen Internetanschluss und bei 91% gibt es mindestens ein Handy. Kinder kommen heutzutage früh mit Medien in Kontakt, meist mit TV, Radio und immer mehr mit interaktiven Medien. Schon im ersten Lebensjahr beginnen Kinder auf Bildschirmbilder zu reagieren und imitieren bzw. sprechen nach, was sie sehen und hören.

In ihrer Veröffentlichung geben die EAP und das ECOG Eltern folgende Empfehlungen in Bezug auf die Mediennutzung ihrer Kinder:

  1. Lassen Sie keine Kinder unter vier Jahren unbeaufsichtigt Fernsehgeräte, Smartphones, Computer und andere ähnliche Geräte nutzen.
  2. Wenn ein Kind älter als vier Jahre alt ist, sollten Sie das Fernsehen und die Verwendung von Computern und ähnlichen Geräte auf 1,5 Stunden pro Tag begrenzen und sicherstellen, dass es täglich TV- und Internet-freie Zeiten gibt.
  3. Kinder sollten keinen Fernseher in ihrem Schlafzimmer haben.
  4. Schalten Sie den Fernseher aus, wenn gegessen wird und wenn das Kind lernt.
  5. Achten Sie auf den Inhalt der Programme, die Ihr Kinder verfolgt, und den Inhalt der Websites, die Kind Ihr öffnet; informieren Sie sich darüber, welche Spiele Ihr Kind spielt und womit es sich beschäftigt.
  6. Schauen Sie sich die Lieblingsprogramme Ihres Kindes an und sprechen Sie mit ihm darüber. Ermutigen Sie Ihr Kind, Nachrichten in Massenmedien kritisch zu betrachten.
  7. Schalten Sie das Fernsehgerät während der Werbung aus oder drehen Sie zumindest den Ton aus. Stellen Sie die Kindersicherung so ein, dass Ihr Kind keine Websites besuchen kann, von denen bekannt ist, dass sie Werbung für Junk-Food zeigen.
  8. Diskutieren Sie über Bedeutung und den Zweck von Werbesendungen mit Ihrem Kind.
  9. Geben Sie Ihrem Kind erst ab einem Alter von mindestens 12 Jahren ein Smartphone. Achten Sie dabei auch auf seinen Entwicklungsstand und zögern Sie nicht, noch etwas zu warten, wenn Ihr Kind noch nicht reif genug scheint.
  10. Handeln Sie als Vorbild, indem Sie wenig fernsehen und das Internet maßvoll nutzen.

Quelle: Acta Paediatica

 

Autor: äin-red