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24.01.2013

Dysmorphophobie: Eingebildete Hässlichkeit

Dysmorphophobie beschreibt eine psychische Erkrankung, die sich in einer übertriebenen Angst vor den Blicken anderer äußert, weil der Betroffene fälschlicherweise glaubt, bestimmte Körperteile von ihm seien entstellt. Es kann jeder Körperteil von der unrealistischen Wahrnehmung betroffen sein. Patienten sehen beispielsweise Haare, Nase, Kinn, Augen oder Haut als Zerrbild der Realität und leiden stark darunter.

Dysmorphophobie beschreibt eine psychische Erkrankung, die sich in einer übertriebenen Angst vor den Blicken anderer äußert, weil der Betroffene fälschlicherweise glaubt, bestimmte Körperteile von ihm seien entstellt. Es kann jeder Körperteil von der unrealistischen Wahrnehmung betroffen sein. Patienten sehen beispielsweise Haare, Nase, Kinn, Augen oder Haut als Zerrbild der Realität und leiden stark darunter.

Laut dem englischen Psychiater Prof. Dr. David Mataix-Cols vom Maudsley Krankenhaus in London wird diese Erkrankung unterschätzt, da die meisten Betroffenen sich aus Scham wegen eines oder mehrerer eingebildeter Makel zurückziehen. „Kaum einer geht zu seinem Arzt und beklagt, dass seine Nase viel zu groß ist oder sein Gesicht eine Fratze ist“, erklärt Prof. Mataix-Cols. Etwa einer unter 100 Menschen leidet unter einer Form von Dysmorphophobie, so Prof. Mataix-Cols, das heißt, diese Erkrankung ist deutlich häufiger als Schizophrenie und etwas verbreiteter als Magersucht.

Erkrankungsbeginn häufig im Teenageralter
In der Regel beginnt die Erkrankung in der Pubertät. Etwa 2% der Heranwachsenden entwickeln eine Dysmorphophobie. Sie betrifft Mädchen wie Jungen gleichermaßen. „Wir wissen, dass Dysmorphophobie eine genetische Komponente hat und deshalb in manchen Familien gehäuft vertreten ist“, sagt Prof. Mataix-Cols. Aber das alleine reicht nicht aus, um die Ursachen dieses Störungsbildes zu beschreiben. Er nennt Hänseln auch als einen auslösenden Faktor. Dabei ist aber nicht geklärt, ob dies nur als Trigger funktioniert oder als unabhängiger Auslöser reicht. Auch die ständige Konfrontation mit Schönheitsidealen in den Medien scheint eine Rolle zu spielen. Viele Studien haben gezeigt, dass Menschen, je häufiger sie Idealbilder in ihrer Umgebung sehen, desto mehr zum Vergleichen tendieren und beginnen, sich „hässlich“ zu fühlen.

Betroffene Jugendliche benötigen Behandlung
Einig sind sich die Experten über die Ernsthaftigkeit der Erkrankung. Eine frühe Erkennung und Behandlung könnte erkrankten Jugendlichen einen langen Leidensweg verhindern helfen. Denn Jugendliche mit Dysmorphophobie sind wie besessen von dem Gedanken, ihre Entstellung verbergen zu müssen. Sie ziehen sich sozial zurück, meiden irgendwann deshalb die Schule und denken im Extremfall sogar über Selbstmord nach. Eltern sollten darauf achten, ob Mädchen z.B. beispielsweise dick Make-up auftragen und übertrieben viel Zeit mit dem Kaschieren ihrer „Fehler“ und mit der Kontrolle ihres Körpers im Spiegel verbringen. Bei einem Verdacht sollten sie mit dem Jugendarzt sprechen.

Typische Anzeichen einer Dysmorphophobie können sein:

  • Der Jugendliche lehnt sein Äußeres oder Teile davon ab.
  • Er verbringt viel Zeit damit, über sein Äußeres nachzudenken.
  • Er verbringt viel Zeit damit, sein Äußeres zu kontrollieren, verbergen oder zu verbessern (z.B. häufige Kontrolle des Spiegelbilds, ständiger Vergleich mit anderen, großer Aufwand für Körperpflege oder –manipulation).
  • Er vermeidet Plätze, Menschen oder Aktivitäten aus Angst, jemand könnte Anstoß an seinem Aussehen nehmen (Vermeiden von grellem Licht, Partys, Verabredungen).
  • Gedanken rund um sein Aussehen machen ihn traurig, stimmen ihn ängstlich oder verursachen Scham.
  • Seine Vorstellung über sein Äußeres bereiten ihm Probleme im Umgang mit anderen, in der Familie und in der Schule.

Quellen: telegraph.co.uk, ifeelugly.info/

Autor: äin-red