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07.07.2004

Durchfall ist bei Säuglingen besonders gefährlich

Hat ein Säugling spritzende Stühle bzw. sechs Stunden nacheinander Durchfall, sollten Eltern mit ihrem Baby umgehend zu ihrem Kinder- und Jugendarzt gehen, da es sonst zu einer lebensbedrohenden Dehydratation (Austrocknung) kommen kann...

Durchfallerkrankungen zählen zu den häufigsten kindlichen Erkrankungen. Sie werden meist durch Viren und Bakterien ausgelöst, können aber auch eine Unverträglichkeitsreaktion auf ein bestimmtes Nahrungsmittel sein. Bei starkem Durchfall, insbesondere in Kombination mit Erbrechen, hohem Fieber und schlechtem Trinkverhalten des Kindes, verliert der Körper viele Mineralstoffe (Elektrolyte) und Wasser, er droht „auszutrocknen“ (so genannte Dehydratation). Je jünger das Kind ist, desto schneller kann es zu einer Dehydratation kommen, die lebensbedrohend werden kann.

„Treten beim Säugling spritzende Stühle auf bzw. hat er sechs Stunden nacheinander Durchfall, sollten Sie umgehend zu Ihrem Kinder- und Jugendarzt - bei einem Kleinkind nach 12 Stunden und bei einem Schulkind nach 18 Stunden. Leidet Ihr Kind unter Schmerzen im Bauch bzw. Unterleib und hohem Fieber, sollten Sie es gleich in der Praxis vorstellen“, rät Dr. Thomas Fendel, Kinder- und Jugendarzt in München. Typische Kennzeichen für eine drohende Austrocknung sind trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit, tiefe Atmung durch den Mund und geringes Wasserlassen. Beim Baby können ein schwacher Saugreflex, eine eingesunkene Fontanelle, seltener Lidschlag zusätzliche Warnzeichen sein.

Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollten Eltern ihrem kranken Kind stilles Mineralwasser (mit hohem Gehalt an Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium, wenig Sulfat) sowie leicht gesalzene oder mit Traubenzucker gesüßte Tees bzw. Glukose-Elektrolyt-Getränke geben. Für Babys, die gestillt werden, ist Muttermilch der beste „Durstlöscher“.

Autor: äin-red