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16.01.2008

Dreimonatskoliken erkennen und lindern

Blähungen können bei etwa 10 bis 15% der Babys sehr schmerzhaft sein und Krämpfe (Koliken) verursachen. Die Blähungen nehmen meist im Alter von drei Monaten ab, deshalb der Name "Dreimonatskoliken". Typische Kennzeichen sind, dass das Baby häufig zur gleichen Tageszeit schreit, insbesondere am späten Nachmittag oder am Abend. Der Säugling lässt sich schwer beruhigen und hat oft einen hochroten Kopf...

Als so genannte Dreimonatskoliken bezeichnet man starke Bauchschmerzen und Blähungen des Säuglings in den ersten drei Monaten. Etwa 80% der Babys leiden in dieser Zeit häufig unter ungefährlichen Blähungen - bei etwa 10 bis 15% können diese aber sehr schmerzhaft sein und Krämpfe (Koliken) verursachen. Jungen sind davon häufiger betroffen als Mädchen. „Die Blähungen starten ein paar Wochen nach der Geburt und lassen meist im Alter von drei Monaten nach, mit etwa neun Monaten haben sie bei 90% Babys ganz aufgehört. Typisch ist, dass das Baby häufig zur gleichen Tageszeit schreit, insbesondere am späten Nachmittag oder am Abend. Die Krämpfe können ein paar Minuten lang dauern oder auch drei Stunden oder mehr. Das Kind lässt sich währenddessen schwer beruhigen und hat oft einen hochroten Kopf“, erklärt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt aus Zwickau. Auch wenn das Baby zu seiner Entlastung die Beinchen an den Bauch zieht und die Händchen ballt, können dies Anzeichen für Dreimonatskoliken sein.

Die genauen Ursachen für die Dreimonatskoliken sind noch nicht geklärt. Eltern sollten bei anhaltenden Blähungen immer ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, um andere Krankheiten auszuschließen. „Beim Füttern kann es helfen, wenn die Mutter das Baby möglichst aufrecht hält. Auch kleinere Portionen auf häufigere Etappen verteilt sind besser verdaulich. Wärme lindert die Krämpfe: Eine nicht zu heiße Wärmflasche beruhigt beispielsweise den Magen-Darm-Bereich. Auch eine sanfte Bauchmassage kann die Verdauung unterstützen. Manche Babys mögen sanft im Arm gewogen werden“, so Professor Nentwich. Unter Umständen führt auch der Verzicht auf einzelne Nahrungsmittel zu einer Besserung. Stillende Mütter sollten deshalb testen, ob z. B. das Weglassen von Zitrusfrüchten oder starken Gewürzen Auswirkungen auf das Baby hat. „Wichtig ist aber auch, dass Eltern Hilfe suchen, wenn sie am Ende ihrer Kräfte sind. Ihr Kinder- und Jugendarzt weiß, wohin sie sich wenden können, z.B. an eine Schreiambulanz in der Nähe des Wohnortes“, empfiehlt Professor Nentwich.

Autor: äin-red