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16.07.2011

Die richtige Schlafumgebung: So schützen Sie Ihr Kind vor dem Plötzlichen Kindstod

Mittlerweile sind mehrere Risikofaktoren für den Plötzlichen Kindstod bekannt, so dass sich die Zahl der Vorfälle in Deutschland in den letzten Jahren deutlich senken ließ (von 602 1998 auf 193 im Jahre 2009). Schlafen in Rückenlage und in einem passenden Kinderschlafsack gelten u.a. als wichtige Maßnahmen ...

Meist treffen mehrere Risikofaktoren zusammen, wenn ein Kind am Plötzlichen Kindstod stirbt. Seitdem bekannt ist, dass die Rückenlage den Plötzlichen Kindstod vorbeugen kann, konnten die Fälle deutlich reduziert werden. Folgende Maßnahmen sollten Eltern prophylaktisch ergreifen:

  • Legen Sie das Baby zum Schlafen auf den Rücken. Auch bei Babys, die in Seitenlage schlafen, ist das Risiko noch erhöht. Am besten schläft das Baby ohne Kopfkissen auf einer festen luftdurchlässigen Matratze.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Baby nicht unter die Bettdecke (kein Federbett!) rutschen kann. Legen Sie es so ins Bett, dass seine Füßchen das Bettende berühren, viel günstiger ist jedoch ein spezieller Baby-Schlafsack, der nicht über das Gesicht rutschen kann. In Säuglings-/ Gitterbetten sollten keine Kissen oder andere Gegenstände liegen.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen!
  • Gehen Sie bei einer Infektion der oberen Atemwege des Kindes frühzeitig zum Kinder- und Jugendarzt, damit eine Behandlung eingeleitet wird und sorgen Sie dafür, dass die Atemwege frei sind.
  • Beugen Sie einer Überwärmung oder Auskühlung des Kindes vor. Das Kind sollte beim Schlafen nicht zu warm angezogen sein und keine Mütze tragen. Heizen Sie das Schlafzimmer Ihres Kindes nicht, und achten Sie darauf, dass die Bettdecke nicht zu dick ist. Die Zimmertemperatur sollte nicht über 18° C liegen.
  • Stillen Sie Ihr Kind mindestens bis zum 6. Lebensmonat.
  • Stellen Sie das Kinderbett in Ihr Schlafzimmer. Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass das Risiko des plötzlichen Kindstods dadurch sinkt. Das Kind sollte aber nicht in Ihrem Bett schlafen.


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Weitere Informationen erhalten Eltern in der Broschüre "Die optimale Schlafumgebung" (u.a. hrsg. Von der Deutschen Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin)

Autor: äin-red