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13.05.2022

Die Bindung zwischen Müttern und ihren Babys hat starken Einfluss auf kindliche Entwicklung

Australische Forscher haben untersucht, welchen Einfluss die Mutter-Kind-Bindung auf die Entwicklung des Säuglings hat. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die emotionale Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Baby ein entscheidender Faktor dafür sei, wie das Kind sich in seiner frühen Kindheit entwickeln wird.

Für die Studie berichteten leibliche Mütter (1.347 Teilnehmerinnen) nach jedem Trimester während ihrer Schwangerschaft, wie sich ihre Bindung zu ihrem ungeborenen Kind entwickelt hatte. Nach der Geburt gaben sie erneut Auskunft, als das Kind acht Wochen alt war, und dann, als das Kind zwölf Wochen alt war. Diese Daten wurden mit der Entwicklung des Säuglings nach einem Jahr verglichen.

Dr. Le Bas und Associate Prof. Hutchinson schlossen aus ihren gesammelten Fakten, dass die Stärke der Bindung zwischen dem leiblichen Elternteil und dem Baby die sozial-affektive Entwicklung des Säuglings deutlich beeinflusst. Die Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass die Bindungsqualität die sozial-emotionalen, verhaltensbezogenen und temperamentbezogenen Veränderungen des Kindes zu einem gewissen Grad vorhersagen ließen. Zwischen der emotionalen Bindung und der kognitiven, sprachlichen und motorischen Entwicklung des Babys fanden sie zwar auch Zusammenhänge, diese waren jedoch wesentlich schwächer ausgeprägt.

Dr. Le Bas kommentierte: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die positive Wahrnehmung einer Mutter von ihrer Bindung zu ihrem Kind - sowohl vorgeburtlich als auch nach der Geburt - ein Indikator für eine optimalere soziale, emotionale und Verhaltensentwicklung des Kindes ist.“

"Nach der Kontrolle der psychischen Gesundheit der Mutter wurde die liebevolle Bindung zwischen Mutter und Kind als einzigartiger und potenziell modifizierbarer Prädiktor für die sozial-emotionale Entwicklung des Kindes identifiziert."

Die Schlussfolgerung ist, dass die Erkenntnisse aus dieser Studie einen weiteren möglichen Weg für präventive Eingriffe in die Entwicklung des Kindes eröffnet haben.

Dr. Le Bas skizzierte einige mögliche Wege, wie diese Forschung auf das tägliche Leben angewendet werden könnte. „Frauen sollten während der vor- und nachgeburtlichen Versorgung routinemäßig […] auf Bindungsschwierigkeiten untersucht werden“, sagte sie, „ […], um systematisch Mütter zu identifizieren, die von zusätzlicher Unterstützung profitieren würden, und um den Interventions- und Behandlungsfortschritt zu überwachen.“

Quellen: MedicalXpress, Journal of the American Academy of Child & Adolescent


Autor: äin-red