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05.12.2001

Deutsche Frauen stillen zu schnell ab

Auf dem 20. Kongress für perinatale Medizin mit Themen rund um die Geburt, bemängelte Hebamme Christine Geist das Stillverhalten deutscher Frauen: Zu schnell wird nach Aussage von Christine Geist hierzulande abgestillt. Warum das so seiund welche Vorteile Muttermilch für das Baby hat erläuterte Sie in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa.

Deutsche Frauen stillen ihre Säuglinge wesentlich schneller ab als Mütter anderer Länder. Während in der Bundesrepublik nur noch 9,8% der Mütter sechs Monaten nach der Geburt ihre Kinder voll stillen, seien es in Schweden 75% , sagte am Freitag in Berlin die Hebamme Christine Geist auf dem 20. Deutschen Kongress für Perinatale Medizin. Die Gründe dafür seien auf keinen Fall biologischer, sondern meistens sozialer Art. Das Umfeld der Stillenden - der Ehemann, die Schwiegereltern - würde das Stillen oft als lästig und als unangebracht betrachten.

"Muttermilch hat physiologische Vorteile, von der stärkeren Bindung an das Kind mal ganz abgesehen", sagte Geist, die an der Hebammenschule Berlin-Neukölln arbeitet. Gestillte Babys erkranken beispielsweise seltener an einer Darminfektion. Das Argument, Muttermilch sei "mit Giften belastet", sei so nicht mehr richtig: "Die Belastung hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen."

Die erste bundesweite Studie zu Stillen und Säuglingsernährung («SuSe») in Deutschland, die das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund 1997/98 durchführte, hatte erbracht, dass 90,8% der Mütter ihre Kinder gleich nach der Geburt voll stillen. Beim Verlassen des Krankenhauses sei der Anteil schon auf 72,8% zurückgegangen. Die Nationale Stillkommission empfahl erst im September erneut, alle Kinder nach Möglichkeit bis zu sechs Monaten ausschließlich und ohne Zufütterung zu stillen.

Weitere Infos zum Thema Stillen in der Rubrik "Das erste Jahr/Stillen ".

Informationen des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz zum Thema Stillen:

www.bgvv.de/presse/2001/pr_01_31.htm

Autor: äin-red