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09.12.2022

COVID-19-Impfung erzielt bei Babys von in der Schwangerschaft geimpften Müttern höhere Antikörperbildung als eine Infektion

Schwangere, die einen mRNA-COVID-19-Impfstoff erhielten, hatten eine 10-mal höhere Antikörperkonzentrationen als diejenigen, die auf natürliche Weise mit SARS-CoV-2 infiziert gewesen waren. Ähnliches konnten Forscher:innen des Children's Hospital of Philadelphia (CHOP) und der University of Pennsylvania auch bei den Babys von in der Schwangerschaft geimpften Müttern beobachten.

Die in JAMA Network Open veröffentlichte Studie ergab zudem, dass der Zeitpunkt der Impfung eine wichtige Rolle bei der Quote der übertragenen Antikörper spielte. Antikörper konnten bereits 15 Tage nach der ersten Impfstoffdosis nachgewiesen werden und nahmen mehrere Wochen danach zu.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die COVID-19-Impfung nicht nur Müttern während der Schwangerschaft einen robusten Schutz bietet, sondern auch Babys durch die Impfung der Mütter besser geschützt sind als nach einer COVID-19-Infektion. Angesichts der Tatsache, dass Schwangerschaft ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf von COVID-19 ist, legt diese Studie nahe, dass Schwangere sich impfen lassen sollten, um sich und ihre Babys zu schützen", empfiehlt Ass.-Prof. Dr. Dustin D. Flannery, DO, MSCE, Erstautor, Neonatologe, Children's Hospital of Philadelphia und Assistenzprofessor für Pädiatrie, University of Pennsylvania.

Um die Antikörperreaktionen bei geimpften und natürlich infizierten Schwangeren zu vergleichen, analysierten die Wissenschaftler:innen Patientinnen, die zwischen dem 9. August 2020 und dem 25. April 2021 im Pennsylvania Hospital entbunden hatten. COVID-19-Impfstoffe waren bis Dezember 2020 nicht allgemein verfügbar, und Auffrischungsimpfungen waren erst im September 2021 zu erhalten. Indem sie sich also auf einen Zeitraum innerhalb der Pandemie konzentrierten, in dem die ersten Impfstoffe eingeführt wurden, konnten die Forscher den Ursprung der Antikörper der Patienten leichter herausfinden.

Das Labor von Dr. Scott Hensley im Penn Department of Microbiology wertete in Zusammenarbeit mit CHOP-Forschern und  Forscherinnen das Nabelschnurblutserum von 585 Schwangeren mit nachweisbaren SARS-CoV-2-Antikörpern aus. Unter den 585 Schwangeren identifizierte es 169 Patientinnen, die geimpft waren, aber sich nie infiziert hatten, und 408, die sich infiziert hatten, aber nicht geimpft worden waren. Sie fanden heraus, dass die Antikörperspiegel bei geimpften Müttern etwa zehnmal höher waren als bei Personen, die auf natürliche Weise infiziert worden waren.
Die Wissenschaftler:innen fanden IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Nabelschnurblut von mehr als 95% der Neugeborenen (557 von 585) in der Studie. Bei den Neugeborenen mit nachweisbaren Antikörpern stellten sie fest, dass die Werte in der geimpften Gruppe zehnmal höher waren als in der natürlich infizierten Gruppe. Sie beobachteten aber auch, dass die Übertragungsraten – also das Ausmaß, in dem die Antikörperspiegel im Nabelschnurblut mit den Antikörperspiegeln der Mutter übereinstimmte – in der geimpften Gruppe etwas niedriger war als in der natürlich infizierten Gruppe. Die Experten und Expertinnen analysierten eine Vielzahl von Faktoren, die die Übertragung der Antikörper auf das Baby beeinflussen könnten, darunter das Alter der Mutter bei der Geburt und medizinische Probleme der Mutter wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht.

„Unsere Studie legt nahe, dass die Zeit von der Infektion oder Impfung bis zur Geburt der wichtigste Faktor für die Übertragungseffizienz war, und diese Ergebnisse können zu einer optimalen COVID-19-Impfstrategie während der Schwangerschaft beitragen“, ergänzte die leitende Autorin Dr. Karen M. Puopolo MD, PhD, eine Neonatologin am Children's Hospital of Philadelphia und Leiterin der Abteilung für Neugeborenenmedizin am Pennsylvania Hospital. „Patientinnen sollten sich rechtzeitig vor dem errechneten Geburtstermin impfen lassen, damit sie – und ihre Babys – von einer robusten Immunantwort profitieren können.“

Quellen: news-medical.net/Children's Hospital of Philadelphia, JAMA Network Open


 

Autor: äin-red