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09.10.2019

BVKJ plädiert mit anderen führenden Gesundheitsorganisationen für weniger Zucker in der Ernährung

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) setzt sich wie u.a. die amerikanische Gesellschaft der Kinder- und Jugendärzte (American Academy of Pediatrics: AAP) und die amerikanische Herzgesellschaft (American Heart Association: AHA) für eine Verringerung des Zuckerkonsums bei Kindern und Jugendlichen ein – insbesondere in Form von zuckerhaltigen Getränken. Denn oft nehmen Kinder und Jugendliche große Menge Zucker über Getränke zu sich.

Da mit Zucker gesüßte Getränke keinen Sättigungseffekt haben, können sie unbemerkt zu einer hohen Energiezufuhr beitragen. „Eine Ernährung, die überwiegend Getränke sowie Speisen mit einem hohen Zuckeranteil enthält, ist in der Regel energiedicht, aber nährstoffarm. Ein hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko, übergewichtig zu werden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes und Karies zu entwickeln“, verdeutlicht Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Zucker nehmen wir nicht nur als Würfelzucker oder Kristallzucker zu uns, sondern auch in Form von Fruchtzucker - z.B. in Fruchtsäften -, Sirup und Honig sowie „verstecktem“ Zucker, der Lebensmitteln oder Getränken zugesetzt ist. Mit der Endung „-ose“ sind viele Zuckerarten bezeichnet, wie Fruktose, Glukose, Dextrose, Laktose, Maltose und Saccharose.

Weniger als 6 Teelöffel Zucker pro Tag

Zucker sollte deutlich weniger als 10% der Gesamtenergiezufuhr ausmachen, so lautet die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG). Derzeit verzehren Kinder und Jugendliche aber bis zu 17,5%, so die DGE. Die AHA hat diese Empfehlung der WHO, DEG und DAG mit Mengenangaben vereinfacht. Demnach sollten Kinder und Jugendliche weniger als sechs Teelöffel bzw. weniger als 25 Gramm Zucker pro Tag konsumieren und Kinder unter zwei Jahren soweit wie möglich auf zugesetzten Zucker ganz verzichten.

„Eltern sollten Kindern von klein auf nicht zu viel Süßes anbieten, denn Ernährungsgewohnheiten werden früh geprägt. Als Getränke sollten Kinder bevorzugt ungesüßte Getränke wie Wasser und Tees erhalten. Da reine Fruchtsäfte meist einen hohen Fruchtzuckergehalt aufweisen, ist es sinnvoll, sie nur sehr sparsam zu verwenden, z.B. in einer Mischung mit Wasser im Verhältnis 1:3“, rät Dr. Kahl.

Verarbeitete Lebensmittel: Weniger als 5 Gramm Zucker pro Portion

Vielen verarbeiteten Lebensmitteln wird Zucker zugesetzt, wie z.B. Müslimischungen, Soßen wie Ketchup oder Salatsoßen, Fertiggerichten. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe kann hier hilfreich sein. Bei Fertiggerichten und Ähnlichem empfehlen Experten – wenn schon nicht darauf verzichtet werden kann -, darauf zu achten, dass weniger als 5 Gramm Zucker in einer Portion enthalten sind. Ein mit Zucker gesüßtes Müsli kann mehrere Teelöffel Zucker enthalten. Deshalb ist eine Mischung aus ungesüßten Getreideflocken oder Ähnlichem vorzuziehen. Ihr können Eltern bzw. Kinder nur wenig Zucker oder noch besser Obst zum Süßen zufügen. „Sind im Haushalt keine Naschereien, sondern nur Obst und Gemüsesticks griffbereit, verhindert dies unkontrolliertes Hineinstopfen von ungesunden Nahrungsmitteln“, ergänzt Dr. Kahl.

Quellen: Pediatrics; AAP News; Konsensuspapier DAG, DDG, DGE; Aktuel ErnahrungsmedCirculation; Mayo Clinic
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red