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21.12.2018

Botulismusgefahr: Kein Honig für Kinder unter 12 Monaten

Amerikanische Kinder- und Jugendärzte (American Academy of Pediatrics: AAP) warnen aufgrund jüngster Vorfälle wiederholt davor, kleinen Kindern Honig zu geben. Denn Honig, Ahornsirup oder Maissirup kann Bakterien enthalten, die insbesondere für Säuglinge lebensgefährlich werden können und Botulismus auslösen können.

© unpict - Fotolia.com

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Mit Honig versetzte Schnuller hatten bei vier Säuglingen in Texas zu Säuglingsbotulismus geführt. Honig enthält Clostridium-botulinum-Sporen, die im Darm eines Säuglings Gifte bilden und Giftstoffe freisetzen können, die zu Säuglingsbotulismus führen, denn der Darm des Säuglings ist noch nicht voll entwickelt. Zwischen Verzehr und ersten Anzeichen können 10 Tage vergehen.
Muskelschwäche, Atemprobleme und verminderte Reflexe können Anzeichen für Säuglingsbotulismus sein. Das Kind hat Schwierigkeiten zu saugen und zu schlucken, so dass vermehrt Speichel aus dem Mund rinnt. Die Pupillen reagieren verzögert auf Licht. Erkrankte Säuglinge müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden.

Botulismus bei Erwachsenen ist eine schwere Lebensmittelvergiftung, die zu Lähmungserscheinungen führt, die durch das Nervengift des Bakteriums Clostridium botulinum verursacht wird.

Die giftigen Stoffwechselprodukte der Stäbchenbakterien werden durch Temperaturen von über 85°C nach ca. 1 Minute bzw. von 80°C nach 5 Minuten unschädlich gemacht.

Deutschland wurden im Jahr 2017 3 Botulismus-Erkrankungen gemeldet (2016: 14 Erkrankungen), darunter 2-mal lebensmittelbedingter Botulismus und einmal Säuglingsbotulismus.

Quellen: AAP News, RKI (1, 2)

Autor: äin-red