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03.06.2020

Bestimmte psychische Erkrankungen sind anscheinend mit einem erhöhten Risiko für bestimmte körperliche Erkrankungen gekoppelt

Eine dänische Studie, die die Zusammenhänge zwischen psychiatrischen und körperlichen Erkrankungen untersucht, konnte zeigen, dass bestimmte psychische bzw. psychiatrische Erkrankungen anscheinend mit einem erhöhten Risiko für bestimmte körperliche Erkrankungen verbunden sind. So weisen Patienten mit Essstörungen beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Harnwege auf.

© imagesetc - Fotolia.com

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„Heranwachsende Menschen mit psychischen Störungen verhalten sich oft auch weniger gesundheitsbewusst als psychisch stabile Gleichaltrige. Rauchen oder Drogenmissbrauch findet sich bei Betroffenen häufiger als bei gesunden Vergleichsgruppen. Und Substanzmissbrauch wiederum hat oft Magen-Darm-Probleme zur Folge. Aber auch Medikamente, die bei psychiatrischen Krankheiten erforderlich sind, können negative Gesundheitsauswirkungen haben, wie Gewichtszunahme. Ohne regelmäßige Kontrollen besteht dann im Laufe der Zeit ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, für die Entwicklung von Diabetes und Bluthochdruck“, verdeutlicht Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Es handelt sich bei diesen Beobachtungen um körperliche Probleme, die sich über mehrere Jahre und Jahrzehnte entwickeln. Den dänischen Experten zufolge besteht rein rechnerisch gesehen eine besondere Gefährdung, wenn die psychiatrischen Probleme bereits in jungen Jahren auftraten.

Insgesamt haben Patienten mit psychischen Störungen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Gesunden. Die dänischen Forscher konnten u.a. bei Stimmungsstörungen ein längerfristig erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen feststellen. "Diese Studie belegt – wenn auch nur für Erwachsene -, wie wichtig es ist, bestimmte medizinischen Risiken bei psychischen Störungen im Auge zu behalten, und dies möglichst früh. Dies gilt umso mehr für Heranwachsende, da in diesem Alter die Grundlagen für die spätere Gesundheit gelegt werden“, fasst Professor Nentwich zusammen.

Quellen: N Engl J Med, MedPage Today, Physician’s Weekly

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red