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20.02.2015

Bestimmte Erziehungsmaßnahmen können Materialismus fördern

Forscher der Universitäten von Missouri und Illinois in Chicago haben festgestellt, dass Eltern, die materielle Güter für Erziehungsmaßnahmen nutzen, längerfristig bei ihren Kindern eine materialistische Haltung fördern können, die ihnen später im Erwachsenenalter Schwierigkeiten bereiten kann.

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die viele materielle Belohnungen von ihren Eltern erhalten, dazu neigen, sich auch später im Erwachsenenalter weiterhin mit materiellen Gütern zu belohnen  - und das könnte problematisch werden", erklärte Professor Marsha Richins von der Missouri-Universität. "Unsere Studie macht deutlich, wie wichtig es ist, die den Einfluss der Kindheit und der Erziehung auf das Konsumverhalten von Erwachsenen zu verstehen."

Richins, die die Studie mit Professor Lan Chaplin an der Universität in Illinois, Chicago durchführte, konnte drei Erziehungsmaßnahmen ermitteln, die Materialismus fördern:

  • Wenn Eltern ihre Kinder mit Geschenken belohnen, wenn sie etwas erreicht haben, wie z.B. gute Noten.
  • Wenn Eltern durch Geschenke ihre Zuneigung zeigen.
  • Wenn Eltern ihre Kinder bestrafen, indem sie ihnen etwas wegnehmen, wie ihr Lieblingsspielzeug oder ein Videospiel.

Auf diese Weise verfestigt sich bei Kindern bis zum Erwachsenenalter die Überzeugung, dass der Erfolg im Leben durch den individuellen Besitz definiert wird oder dass der Erwerb bestimmter Produkte sie attraktiver macht. Richins zufolge haben bisherige Forschungsarbeiten bereits nahegelegt, dass Erwachsene, die sich selbst oder andere durch ihren Besitz definieren, ein viel höheres Risiko für Eheprobleme, Spielsucht und Schulden haben und weniger glücklich sind als Menschen, die weniger materialistisch denken. Materialismus trägt auch zur Schädigung der Umwelt bei, da er für übermäßigen Konsum mit viel Abfall sorgt.

Forscher fanden zudem, dass es einen Zusammenhang zwischen ablehnenden Eltern und Materialismus gab. Kinder, die das Gefühl hatten, dass ihre Eltern entweder keine Zeit für sie hatten oder von ihnen enttäuscht waren, tendierten eher dazu, materialistisch zu sein. Darüber hinaus bewunderten Erwachsene, die sowohl mit materiellen Gütern belohnt wurden als auch durch deren Entzug bestraft wurden, eher Menschen mit wertvollen Besitztümern.
"Es ist in Ordnung, etwas für seine Kinder zu kaufen, doch sollten Eltern ihre Kinder auch daran erinnern, dass sie dankbar sein sollten für all die Menschen und Dinge, die sie in ihrem Leben haben ", sagte Chaplin. "Jedes Mal, wenn die Kinder ihre Dankbarkeit ausdrücken, wird ihnen mehr bewusst, wie gut es ihnen geht. Dies ermöglicht es ihnen auch, großzügiger und weniger materialistisch zu sein."

In ihrer Studie befragten Richins und Chaplin mehr als 700 Erwachsene. Die Wissenschaftler baten die Teilnehmer, Fragen zu ihrer Kindheit und zu ihrer Beziehung mit ihren Eltern zu beantworten, und in welcher Form sie während drei kritischer Phasen in der Kindheit belohnt und bestraft wurden.

Quelle: Science Daily/University of Missouri-Columbia, University of Chicago, Journal of Consumer Research



Autor: äin-red