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25.01.2017

Bauchmigräne: Individuelle Auslöser durch Bauchschmerztagebuch ermitteln

Bauchmigräne ist in vielen Fällen eine Vorstufe zur Migräne. Kinder sind dabei von regelmäßig auftretenden Bauchschmerzattacken betroffen, die von Übelkeit, Erbrechen, Blässe und/oder Appetitlosigkeit sowie evtl. Lichtscheu begleitet werden.

Viele Kinder leiden unter regelmäßig auftretenden Bauchschmerzen. Wenn diese anfallsartig und in regelmäßigen Abständen auftreten, kann es sich um eine sogenannte Bauchmigräne oder abdominelle Migräne handeln. Dies kann später in eine „Kopfmigräne“ übergehen. „Eltern sollten Bauchschmerzen bei Kindern immer vom Kinder- und Jugendarzt abklären lassen, um körperliche Ursachen auszuschließen und auch um ihr Kind nicht fälschlicherweise zu verdächtigen, dass es die Schmerzen vortäuscht. Deutet alles auf eine Bauchmigräne hin, sollten betroffene Kinder mit ihren Eltern ein Bauchschmerztagebuch führen, um die Auslöser zu ermitteln. Stress und Schlafmangel können zum Beispiel dazu beitragen“, erklärt Dr. Stefan Razeghi, ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der auf Magen- und Darmerkrankungen spezialisiert ist. Die Bauchmigräne tritt plötzlich auf, ist mit Übelkeit, Erbrechen, Blässe und/oder Appetitlosigkeit sowie evtl. Lichtscheu verbunden. Das Zentrum der Schmerzen scheint in der Gegend des Bauchnabels zu liegen. Meist müssen sich Betroffene hinlegen und können nicht ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen. Die Attacke kann eine Stunde bis zu drei Tagen andauern.

Schätzungsweise 1 bis 4% aller Kinder leiden unter einer abdominellen Migräne - vorwiegend im Grundschulalter. Welche Ursachen die Bauchmigräne hat, ist noch nicht geklärt. „Entspannungsverfahren und Reizabschirmung können die Beschwerden lindern. Gehen die Bauchschmerzen in eine Migräne über, so kann diese gut medikamentös behandelt werden, während es bei der Bauchmigräne nur wenige Empfehlungen für wirksame Arzneien gibt“, ergänzt Dr. Razeghi. In vielen Fällen verschwinden die Anfälle in der Pubertät.

Ein Interview zu diesem Thema mit Herrn Dr. Stefan Razeghi können Sie in der ZDF-Mediathek unter www.zdf.de abrufen.

Quellen: CME, springermedizin, Pädiatrie & Pädologie
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red