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31.07.2009

Badezimmer bergen hohes Unfallrisiko für Kleinkinder

Bei Unfällen im Badezimmer denken Eltern eher an das Beinahe-Ertrinken von Babys in der Badewanne oder Verbrühungen durch zu heißes Wasser. Amerikanische Experten konnten nun zeigen, dass Sturzunfalle statistisch gesehen die größte Gefahr im Badezimmer darstellen ...

Laut einer amerikanischen Studie entstehen die meisten Verletzungen im Badezimmer bei kleinen Kindern, weil sie ausrutschen, stolpern und hinfallen, und nicht weil sie sich im Badewasser verbrühen oder gar darin fast ertrinken. „Bei jenen Unfällen können Eltern in der Regel nicht schnell genug reagieren, um ihre Kinder auffangen zu können. Deshalb empfehlen wir wie die amerikanischen Kinder- und Jugendärzte, solche Unfälle durch rutschfeste Badewannen- bzw. Duscheinlagen und Badteppiche, Griffe zum Festhalten sowie bruchsichere Duschtüren zu verhindern“, lautet nach Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Konsequenz aus den Studienergebnissen. Die in Pediatrics veröffentlichte Arbeit wertet die Daten von fast 100 Notfallaufnahmestationen zwischen 1990 und 2007 aus. Jährlich nahmen die Ambulanzen durchschnittlich fast 44.000 Verletzungen bei Kindern an, die sich im Badezimmer ereignet hatten. In der Altersgruppe der Zweijährigen mussten die meisten Kinder aufgrund von „Badunfällen“ in der Notaufnahme behandelt werden, über die Hälfte der Patienten war jünger als fünf Jahre.

Bei etwa zwei Drittel der kleinen Kinder, die im Bad verunglückt waren, mussten Ärzte Schnitte und Schrammen im Gesicht behandeln. „Kleine Kinder fallen besonders leicht auf das Gesicht, da sie aufgrund des großen Kopfes einen hohen Körperschwerpunkt haben und sich auch wegen ihrer mangelnden Kraft und Koordinationsfähigkeit noch nicht so gut abstützen können“, erklärt Dr. Fegeler. Die amerikanischen Forscher geben zu bedenken, dass über eine relativ lange Zeitspanne die hohe Rate an Verletzungen durch Stürze im Badezimmer ziemlich konstant geblieben ist - etwa 81% der behandelten Kinder hatten Verletzungen durch Ausrutschen oder Ähnliches gegenüber 4% Kinder mit Verbrühungen und 1,6% Kinder, die beinahe ertrunken wären. Dr. Gary Smith und seine Kollegen gehen sogar soweit und behaupten, dass die Ergebnisse vermutlich nur die Spitze des Eisbergs darstellen, da sie nur die Kinder erfassen konnten, die in der Notfallaufnahme aufgenommen wurden.

Autor: äin-red