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17.01.2018

Babys vorlesen: Personen und Objekte im Buch sollten einzeln benannt sein

Das Vorlesen ist für Eltern und Kinder von großem Wert. Insbesondere das gemeinsame („teilhabende“) Vorlesen (Eltern und Kinder schauen gemeinsam ins Buch) hat ein großes Anregungspotenzial. Allerdings gibt es qualitative Unterschiede in der Art des gemeinsamen Vorlesens.

Eine groß angelegte amerikanische Untersuchung konnte zeigen, dass bereits bei Säuglingen zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat Bilderbücher dann einen großen Effekt haben, wenn die Bilder nicht verallgemeinernd (z.B. „Kind“) dargestellt, sondern individuell mit Namen benannt werden („Boris“). Überraschend war, dass trotz der Individualisierung der Bilder die Kinder, denen entsprechend die Bilder erläutert (vorgelesen) wurden, eher das Gelernte verallgemeinern und auf neue Situationen übertragen konnten, als wenn die Bücher nur allgemeine oder gar keine Bezeichnungen verwandten. Die kleinen Kinder zeigten bei entsprechenden Tests mehr Gehirnaktivitäten. „Es ist lange bekannt, dass das gemeinsame Lesen von Büchern mit kleinen Kindern gut für ihre sprachliche und geistige Entwicklung ist, ihren Wortschatz vergrößert und sich günstig auf ihre spätere Lese- und Schreibfähigkeit auswirkt. Wer auf die richtige Auswahl der Bücher achtet, erzielt noch mehr Wirkung“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Eltern sollten in erster Linie versuchen, Bücher zu finden, die ihr Baby interessieren.

Das Ritual des regelmäßigen Vorlesens bietet Säuglingen und Eltern einen Freiraum, um das Zusammensein bewusst zu genießen. „Vor allem im Vorschulalter ist es dann wichtig, dass Eltern ihre Kinder nicht nur zuhören lassen, sondern auch Erklärungen und Beispiele anbieten, Fragen stellen und Kinder motivieren, sich ebenso zu äußern und evtl. das Gesehene sowie Gehörte zu beschreiben“, so Dr. Fegeler. Wenn Eltern ihren Kindern viel vorlesen, hat dies positive Auswirkungen. Bereits im Alter von vier Jahren zeichnen sich die Entwicklungsvorteile gegenüber Kindern ab, denen nicht vorgelesen wurde.

Quelle: The Conversation, Child Development
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

 

 

Autor: äin-red