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24.07.2020

Autismus: Haustiere können sowohl für Eltern als auch für Kinder den Stress verringern

Eltern von Kindern mit Autismus sind i.d.R. einem höheren Stress ausgesetzt als Eltern von Kindern ohne diese Erkrankung. Amerikanische Forscher konnten nun beobachten, dass Haustiere, wie Katzen oder Hunde, sowohl für Eltern als auch für Kinder den Stress reduzieren können und Freude und Zuwendung vermitteln.

Untersuchungen der Universität von Missouri haben nun ergeben, dass Haustiere sowohl für Kinder mit Autismus als auch für ihre Eltern zu starken Bindungen und weniger Stress führen.

Gretchen Carlisle, eine Wissenschaftlerin am Forschungszentrum für Mensch-Tier-Interaktion am MU College of Veterinary Medicine (Research Center for Human-Animal Interaction in the MU College of Veterinary Medicine, University of Missouri), befragte mehr als 700 Familien des Interactive Autism Network zu den Vorteilen und Belastungen eines Hundes oder einer Katze in der Familie. Sie stellte fest, dass trotz der Verantwortung für die Pflege von Haustieren sowohl Kinder mit Autismus als auch ihre Eltern starke Bindungen zu ihren Haustieren entwickeln. Der Besitz von Haustieren schien demnach tatsächlich mit mehr Vorteilen als Nachteilen verbunden zu sein.
"Angesichts der Tatsache, dass die Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung so breit sind, kann es schwierig sein, Maßnahmen zu erkennen, die hilfreich sein können", erklärte Carlisle. "Einige der zentralen Herausforderungen für Kinder mit Autismus sind ihre Angstzustände und ihrer Kommunikationsschwierigkeiten. Da Haustiere dazu beitragen können, die soziale Interaktion zu verbessern und Angstzustände zu verringern, haben wir festgestellt, dass sie nicht nur Kindern mit Autismus, sondern auch ihre Eltern emotional und auch anders unterstützen."
Für Eltern, die erwägen, ein Haustier in ihrer Familie aufzunehmen, empfiehlt Carlisle, das Kind in die Entscheidung mit einzubeziehen und sicherzustellen, dass das Bewegungsbedürfnis des Haustieres gut mit dem des Kindes übereinstimmt.
"Einige Kinder mit Autismus haben spezifische Empfindlichkeiten, sodass ein großer, lauter Hund, der sehr aktiv ist, z.B. für manche Kinder eine sensorische Überlastung darstellen kann, während eine ruhige Katze möglicherweise besser passt", sagte Carlisle. "Mein Ziel ist es, Eltern evidenzbasierte Informationen zur Verfügung zu stellen, damit sie fundierte Entscheidungen für ihre Familien treffen können."

Quellen: ScienceDaily, MU College of Veterinary Medicine Missouri, Journal of Autism and Developmental Disorders



Autor: äin-red