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19.04.2019

Ausschließliches Stillen in den ersten Lebensmonaten verringert das Risiko einer Chronifizierung bei Neurodermitis

Ausschließliches Stillen kann möglicherweise nicht grundsätzlich die Entwicklung von Ekzemen verhindern, aber es kann das Risiko für eine Chronifizierung verringern.

Kinder, die in den ersten drei Lebensmonaten ausschließlich gestillt worden waren, hatten im Vergleich zu Gleichaltrigen, die gar nicht gestillt wurden nur für kurze Zeit gestillt wurden, eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, ein Ekzem zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt eine auf dem jährlichen Kongress der American Academy of Allergy, Asthma & Immunology vorgestellte amerikanische Studie.

Neurodermitis und Ekzeme haben eine Tendenz, chronisch zu werden. Die Haut juckt, sie entzündet sich beim Kratzen und bildet Blasen, die leicht aufreißen. Während Gene und Umwelt die Entwicklung und den Verlauf dieser entzündlichen Erkrankung beeinflussen, bleiben viele Fragen offen, wie zum Beispiel, wie man sie am besten verhindern kann. Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben gestillte Säuglinge ein geringeres Risiko, viele chronische Erkrankungen zu entwickeln, darunter Asthma und Fettleibigkeit. "Die Belege dafür, dass ausschließliches Stillen Kinder vor der Entwicklung eines Ekzems im späteren Leben schützt, sind uneinheitlich", erklärte Katherine M. Balas, BS, BA, klinische Forschungsassistentin bei Children's National und Hauptautorin der Studie. "Unser Forschungsteam versucht, diese Datenlücke zu schließen." Balas und Kollegen nutzten die Daten, die in der Studie "Infant Feeding Practices Study II", einer von der CDC und der Food and Drug Administration (FDA) von 2005 bis 2007 gemeinsam geführten Langzeitstudie sowie der Folgeuntersuchung der Teilnehmer dieser Studie durch die Behörden von 2012. Diese Studie verfolgte zunächst die Ernährung von rund 2.000 schwangeren Frauen im dritten Trimester und verfolgten dann die Ernährung der Babys im ersten Lebensjahr. In der Folgeuntersuchung wurden die Gesundheits-, Entwicklungs- und Ernährungsgewohnheiten von 1.520 dieser Kinder im Alter von 6 Jahren untersucht. Bei etwa 300 der Kinder wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben ein Ekzem diagnostiziert, und 58,5% der 6-Jährigen wiesen bei der Nachuntersuchung nach sechs Jahren durch die CDC/FDA ein Ekzem auf.
Kinder aus Familien mit höherem sozioökonomischen Status oder mit einer familiären Vorgeschichte von Nahrungsmittelallergien hatten eine größere Wahrscheinlichkeit, die Diagnose „Neurodermitis“ zu erhalten. "Kinder, die drei Monate oder länger ausschließlich gestillt worden waren, hatten eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie im Alter von 6 Jahren unter einem Ekzem litten, verglichen mit Gleichaltrigen, die niemals gestillt wurden oder die weniger als drei Monate lang gestillt wurden", fügte Balas hinzu . "Das ausschließliche Stillen verhindert zwar nicht, dass Kinder an Ekzemen erkranken, schützt sie jedoch vor längeren Schüben."

Quelle: Eurek Alert! J Allergy Clin Immunol

Autor: äin-red