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13.12.2010

Altersgerechtes Spielzeug

Weil Eltern und Verwandte Kinder oft nicht richtig einschätzen, überfordern die Geschenke die Kleinen, so dass die gut gemeinten und oft teueren Geschenke nach kurzer Zeit in der Ecke liegen. Geschenke sollten dem Können und Interesse des Kindes entgegenkommen und die Fantasie anregen, statt den Spielverlauf von außen zu diktieren bzw. stark einzuengen ...

Spaß soll es machen und das ohnehin kluge Kind noch ein bisschen klüger, das kleine Bewegungswunder noch ein bisschen sportlicher: Weihnachtsgeschenke sind meist dick eingepackt in gute Absichten. Da bekommt der dreijährige Max von der Großmutter ein kompliziertes Puzzle, die fünfjährige Marie wird von den Paten mit einem anspruchsvollen Computerspiel beschenkt und Zwillingsbruder Lukas darf ein Kickboard auspacken. "Das Kind ist schon sehr weit für sein Alter", heißt es dann. Tatsächlich sind Max, Marie und Lukas blitzgescheit und motorisch fit, aber mit den Geschenken sind sie dennoch überfordert. Nach kurzem Ausprobieren fliegen die neuen Spielzeuge in die Ecke. Die Kinder sind frustriert, Großeltern und Paten enttäuscht. Um solche Erfahrungen zu vermeiden, sollten Eltern, Großeltern und Paten darauf achten, dass die Weihnachtsgeschenke dem Alter des beschenkten Kindes, seinen Verständnis- und Bewegungsmöglichkeiten und seinen Interessen entsprechen. Besonders anspruchsvolles Spielzeug verhilft Kindern nicht zu einem Entwicklungssprung, sondern führt zu Desinteresse und Ablehnung.

Welches Spielzeug für welches Kind? Eine gute Orientierung, für welche Altersgruppe ein Spielzeug geeignet ist, bieten die Altersangaben der Hersteller. Allerdings sollte man auch beachten, dass sich jedes Kind individuell entwickelt. Das eine Kind mag motorisch fortgeschritten und früher fit für Inline-Skates sein, während das andere mit großer Ausdauer stundenlang Puzzles zusammensetzt oder komplizierte Strategiespiel spielt. Bei fahrbaren Untersätzen sollte zudem auch die Sicherheit eine Rolle spielen: Auch wenn es der Herzenswunsch des Kindes ist: Rollerblades, Inlineskates und Kickboards sollten Kinder erst im Schulalter fahren.
Kinderfahrräder frühestens ab circa fünf Jahren, Roller und Laufräder ab circa drei Jahren, Dreiräder ab circa zwei bis drei Jahren, Bobby-Cars ab circa 1,5 bis zwei Jahren.

Spielzeug im ersten Lebensjahr Im ersten Lebensjahr ist alles gut, was mit Körpererfahrung, mit Fühlen, Hören oder Sehen zu tun hat. Achtung: Hier sind die Altersangaben der Hersteller besonders wichtig: Kleinkinder nehmen (fast) alles in den Mund, die Einzelteile dürfen deshalb nicht zu klein sein, sonst besteht Verschluckungsgefahr. Gut ist, wenn das Spielzeug abwaschbar ist.

Computer & Computerspiele Kinder lernen den Umgang mit Computern ganz selbstverständlich und viel schneller als Erwachsene. Es gibt sinnvolle Spiel- und Lernsoftware schon für Kinder ab drei bis vier Jahren. Ältere Kinder spielen gerne Strategiespiele und - leider - auch pädagogisch zweifelhafte "Ballerspiele". Daher reicht es hier nicht, sich an den Altersvorgaben der Hersteller zu orientieren. Eltern, Paten oder Großeltern sollten die Inhalte der Spiele genau prüfen. Generell sollten Kinder auch nicht zu lange und zu viel am Computer spielen. Selbst wenn es die Hand-Auge-Koordination fördert: Computerspielen ist kein Ersatz für das Spielen mit allen Sinnen und an der frischen Luft.

Alternativen zum Spielzeugkauf Je nachdem, wie viele Verwandte sich am weihnachtlichen Schenken beteiligen, kann es sein, dass allein die Menge der Gaben das Kind überfordert. Weniger ist oft mehr. Statt der 24. Barbie kann man dem Kind zum Beispiel auch gemeinsame Zeit schenken: für einen Ausflug, einen Zoo- oder Kinobesuch. Das freut zudem die Eltern, die dann kinderfrei haben. Schulkinder freuen sich auch über Gutscheine für Reitstunden, Ballett o.ä.

Quelle: BVKJ

Autor: äin-red