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22.01.2004

Allergien auf dem Vormarsch

Eines von vier Kindern in Deutschland ist mittlerweile Allergiker. Laut Prof. Dr. med. Alexander Kapp von der Medizinischen Hochschule Hannover werden aber nur 10% der allergiekranken Menschen in Deutschland adäquat behandelt. Um eine "Allergie-Karriere" zu verhindern, sollten Allergien möglichst früh diagnostiziert und behandelt werden...

Allergien haben in Deutschland in den vergangenen Jahren so stark zugenommen wie kaum eine andere Erkrankungsgruppe. Vor 30 Jahren sind lediglich 1% der Bevölkerung betroffen gewesen, derzeit sind es mehr als 10%, so Prof. Dr. med. Alexander Kapp von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Gründe für diese Zunahme sind unklar. Manche Mediziner vermuten einen Zusammenhang mit strengerer Hygiene, durch die das Immunsystem weniger trainiert wird.

Allergien entstehen, wenn das Immunsystem gegen bestimmte Substanzen in der Umwelt überreagiert. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund gibt es schätzungsweise 20.000 mögliche Allergieauslöser, so genannte Allergene.

Eines von vier Kindern in Deutschland reagiert allergisch. Im Durchschnitt sitzen in jeder Schulklasse zwei Kinder mit Asthma und drei Kinder mit Neurodermitis. Allerdings werden laut Professor Kapp nur 10% der allergiekranken Menschen in Deutschland richtig behandelt. Die Lebensqualität ist aber äußerst schlecht, wenn eine starke Allergie nicht adäquat therapiert wird. Ein so genannter "allergischer Marsch" lässt sich durch das frühe Erkennen und Behandeln einer Allergie meist vermeiden. Kleine Kinder haben häufig eine Nahrungsmittelallergie, die später in Heuschnupfen und Asthma übergehen kann.

Autor: äin-red