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29.02.2008

Aktuelle Empfehlung für die Stillzeit: Zweimal wöchentlich Fisch

Die European Food Standard Agency (EFSA) empfiehlt Müttern während der Stillzeit, ein bis zwei Portionen fetten Seefisch pro Woche zu verzehren. Denn die in diesem Fisch enthaltenen langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren können u.a. die Gehirnentwicklung des Kindes positiv beeinflussen...

Die European Food Standard Agency (EFSA) empfiehlt – basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen – für Schwangere im letzten Drittel vor der Geburt und Mütter während der Stillzeit ein bis zwei Portionen fetten Seefisch pro Woche, wie z.B. Hering, Makrele und Lachs. Denn die Ernährung der Mutter in dieser Zeit beeinflusst u.a. die Gehirnentwicklung des Kindes. „Für das Wachstum des Gehirns, des Zentralnervensystems, der Leber, der Zellen des Immunsystems und der Netzhaut des Auges benötigt der kindliche Körper insbesondere langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, so genannte LC-PUFA, wie Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren“, erklärt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt aus Zwickau.

Eine internationale Expertenkommission unter der Leitung von Prof. Dr. Berthold Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital in München hat die neue Richtlinie für Schwangere und stillende Mütter herausgearbeitet, die von der Europäischen Union unterstützt wird. Demnach sollten stillende Frauen im Durchschnitt mindestens 200 mg Docosahexaensäure (Omega-3-Fettsäure, DHA) pro Tag zu sich nehmen, denn den Gehalt an LC-PUFA in der Milch, insbesondere an DHA, kann die Mutter durch ihre Ernährung beeinflussen. Bei nicht gestillten Kindern sollte die Flaschennahrung etwa zwischen 0,2 und 0,5% DHA vom Gesamtfettgehalt enthalten. Auch im zweiten Lebenshalbjahr sollte das Kind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren essen. Doch hierzu gibt es noch keine allgemein gültigen Empfehlungen.

Studien wiesen u.a. eine verbesserte Sehfunktion bei Kindern nach, deren Mütter ab der zwanzigsten Schwangerschaftswoche DHA-Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen hatten. Laut einer norwegischen Studie soll sich die Einnahme von Lebertran - der reich an LC-PUFA ist – während der Schwangerschaft noch im vierten Lebensjahr beim Kind durch Steigerung des IQ um vier Prozentpunkte auswirken. Auch die motorische Entwicklung des Kindes profitiert von einer Ernährung von Mutter und Kind mit den „richtigen Fetten“. „Im ersten Lebenshalbjahr macht der Fettspeicher etwa 90% der im gesamten wachsenden Gewebe gespeicherten Energie aus. Diese ‚Fettpolster’ sind die Kraftstoffreserven für das Wachstum. Da sie der Körper nicht selbst herstellen kann, muss er sie mit der Nahrung aufnehmen“, so Professor Nentwich.

Autor: äin-red