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04.03.2022

4. März: Internationaler HPV-Tag

HPV, das humane Papillomvirus, ist weit verbreitet. Es gibt über 200 verschiedene HP-Viren. Meist verursachen HP-Viren keine Probleme, aber einige HPV-Arten – insbesondere diejenigen, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden - können das Risiko für bestimmte Krebsformen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs, erhöhen. Der internationale HPV-Tag am 4. März soll darauf aufmerksam machen, dass eine Impfung davor schützen kann.

HP-Virus

HP-Virus

HPV verursacht fast alle Gebärmutterhalskrebsarten und einige Krebsarten der Scheide (Vagina), Scham (Vulva), des Penis, des Darmausgangs (Anus) und des Mundrachenraums (Oropharynx). Das Risiko für HPV-bedingte Krebsformen kann durch die HPV-Impfung und Gebärmutterhalskrebs-Screening verringert werden. Ein Großteil (80%) der sexuell aktiven Menschen infiziert sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben mit mindestens einem HPV-Stamm. Dies bedeutet, dass das Ansteckungsrisiko groß ist und sich das Virus leicht verbreiten kann. Die meisten Menschen bemerken die Infektion nicht und überstehen sie ohne Beschwerden. Aber in einigen Fällen - bei etwa 10% - bleibt die Infektion dauerhaft bestehen und verursacht Krebs. Jährlich erhalten in Deutschland etwa 6.250 Frauen die Diagnose einer HPV-assoziierten Krebsart. Darunter befinden sich etwa 4.500 Fällen mit Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Etwa 1.600 Männer erkranken jährlich ebenso an Krebsarten, die durch HP-Viren verursacht werden, wie Karzinome am Penis, im Bereich des Anus und der Mundhöhle.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Die erforderlichen zwei Impfungen (Abstand von mindestens 5 Monaten) sollten möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV) zu verhindern. Nach einem Alter von 14 Jahren sind drei Impfung zur Komplettierung der Grundimmunisierung erforderlich. Bis zum 18. Lebensjahr können versäumte Impfungen gegen HPV kostenlos nachgeholt werden.

Geringe Durchimpfungsraten in Deutschland

Beim Vergleich der Durchimpfungsraten in Ländern mit hohem Einkommen lag Deutschland 2019 im unteren Drittel. Nur 31% der 9- bis 14-jährigen Mädchen waren demnach in Deutschland 2x gegen HPV geimpft. 2018 erreichten 43% der 15-jährigen Mädchen eine vollständige Grundimmunisierung gegen HPV. Norwegen ist mit 91% Durchimfpungsrate bei der Zweitimpfung Spitzenreiter in diesen Ländern. Auch Island, Kanada und Großbritannien erreichen hohe Durchimpfungsraten bezüglich der Zweitimpfung bei Mädchen (85%, 83%, 82%).

Quellen: askabouthpv.org, awarenessdays.com, ÄrzteZeitung – Sonderdruck zum Welt-HPV-Tag – 4. März 2022, Preventive Medicine, Epid. Bull 32/33-2020

Autor: äin-red