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11.03.2019

10-jährigen Studie: HPV-Impfung zeigt vielversprechende Ergebnisse

Eine aktuelle amerikanische Studie belegt, dass der krebsvorbeugende Impfstoff zum Schutz vor den Humanen Papillom-Viren (HPV) seit der Einführung vor elf Jahren in einem bestimmten Umfeld einen wirksamen Schutz gegen die Virusstämme und auch einen Herdenschutz bietet.

HP-Virus

HP-Virus

Herdenschutz bzw. Herdenimmunität bedeutet, dass Menschen, die aus irgendwelchen Gründen (z.B. Erkrankung) nicht geimpft werden können, durch die Impfung anderer in ihrem Umfeld einen gewissen Schutz erhalten, da dies die Ausbreitung und Ansteckung der Krankheit verhindert oder reduziert. Die in der Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlichte Studie „Human Papillomavirus Vaccine Effectiveness and Herd Protection in Young Women“ untersuchte die Entwicklung von HPV in der Region Cincinnati von 2006 bis 2017. Dazu werteten Forscher des Cincinnati-Kinderkrankenhauses die Daten von 1.580 Mädchen und jungen Frauen im Alter von 13-26 Jahren aus, die sexuell aktiv waren und an vier verschiedenen Studien teilnahmen. Im Verlauf des Untersuchungszeitraums stieg die Impfrate von 0% auf 84,3%. In der ersten Studienwelle von 2006 bis 2007 nahmen 371 Patientinnen teil, keine von ihnen war gegen HPV geimpft. In der zweiten Studienphase von 2009 bis 2010 nahmen 409 Patientinnen teil, von denen 59,2% geimpft waren (d.h. hatten mindestens eine Impfung erhalten), in der dritten Studienwelle von 2013 bis 2014 mit 400 Probanden waren 71,5% gegen HPV immunisiert und in der vierten Welle von 2016 bis 2017 – ebenso mit 400 Teilnehmer - hatten 84,3% eine HPV-Impfung erhalten. Die Studie stellte eine deutliche Abnahme der verschiedenen HPV-Stämme bei Frauen fest, die gegen HPV immunisiert worden waren. Die Studie ergab auch, dass bei den ungeimpften Frauen die Virusstämme, gegen die die Impfstoffe immunisierten, signifikant abnahmen. Dies weise auf einen Herdenschutz oder eine Herdenimmunität in dieser Gemeinschaft hin, so die Autoren. Die Autoren schränken ein, dass weitere Untersuchungen erforderlich wären, um weiter zu verfolgen, wie sich die Immunität entwickelt, nachdem höhere Impfraten erreicht wurden.

HPV-Infektionen können Genitalwarzen und -krebs verursachen und bei Frauen können die Viren u.a. Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen. Bei Männern kann eine Infektion mit HPV-Viren Krebs am Penis und After oder ebenso im Mund-Rachen-Raum verursachen.

Quelle: AAP News, Pediatrics

Autor: äin-red