Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med Jochen Wulff, 58640 Iserlohn/Hennen

Men B Impfung aktuell

Stand 11/2014

Sonder Patienten Info zur Schutzimpfung

gegen Meningokokken vom B Typ

Liebe Patienten !

Wie versprochen informieren wir Sie über den Stand zur neuen Schutzimpfung gegen Meningokoken B (MenB).

Meningokokken (Menkos) stellen eine Art von Bakterien dar, die wiederum in verschiedene Untergruppen –sortiert nach Buchstaben- aufzuteilen sind. Die Untergruppen der Menkos sind weltweit unterschiedlich verteilt. In Europa spielen die Typen Men C und Men B die entscheidende Rolle.

Die Übertragung erfolgt durch Erkrankte, aber auch Personen, die eine Besiedlung des Rachens mit den Erregern haben ohne selber krank zu sein.

Als Krankheitsbilder der echten Infektion mit Menkos ergeben sich Hirnhautentzündungen und sehr gefährliche Blutbahninfektionen. Diese Erkrankungen werden nicht ausschließlich durch Menkos, sondern auch durch weitere andere Erreger ausgelöst gegen die Ihre Kinder aber bereits schon jetzt regelhaft geimpft werden (Pneumokokken, HIB Errreger).

Lange war es schwierig Impfstoffe gegen Menkos zu entwickeln. Dann konnte man aber vor einigen Jahren gegen Meningokokken vom C Typ (MenC) impfen und hat diese Impfung auch als Regelimpfung in den Impfplan mit Erfolg übernommen. Sie steht somit bereits im Impfbuch Ihrer Kinder.

Noch schwieriger war es aber, einen Impfstoff gegen die deutich häufigeren MenB zu bauen. Das ist nun gelungen. Der Impfstoff ist vom Paul Ehrlich Institut offiziell zugelassen, es gibt es aber noch keine allgemeine öffentliche Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für die gesamte BRD. Im Bundesland Sachsen ist die MenB Impfung aber schon Regelimpfung.

Obwohl alle Ärzte einen Impfstoff gegen die deutlich häufiger als MenC auftretenden MenB dringend gewünscht haben, tritt nun aber Zurückhaltung ein, weil….

-die Häufigkeit dieser bedrohlichen Erkrankung angeblich zuletzt eher abnehmend ist (andererseits impft aber weiter gegen die deutlich selteneren MenC regelmäßig)

- man beim ersten Impftermin für Säuglinge dann 3x pieksen muss

- die Fieberrate beim Kind bei dieser Kombination deutlich steigt (andererseits aber nicht zu häufigeren Krankenhausaufenthalten führt)

-der Impfstoff teuer (96 Euro) ist.

Zwar wäre es möglich solche Probleme zu umgehen, indem man wie bei MenC erst später und dann auch weniger impft: dafür ist dann aber ausgerechnet das Lebensalter mit den häufigsten MenB Erkrankungen - nämlich das Säuglingsalter! - nicht abgedeckt.

Grundsätzlich gilt zur Schutzimpfung gegen Meningokokken: Wer C sagt, muss auch B sagen !

So: Welche Möglichkeiten haben wir denn nun?

Bitte wenden

Möglichkeit 1:

Wir impfen das Kind ab dem 3.Lebensmonat zusammen mit den anderen Regelimpfungen :

Vorteil: früher voller Schutz ; Nachteil: nicht ganz preiswert, 3 Piekse bei den Impfterminen statt 2, häufige Temperaturreaktion

konkret: 3 Impfungen im 3., 4.,5. Monat, eine mit 18 Monaten

Möglichkeit 2:

Wir beginnen die MenB Impfung bei der Vorsorge U5 mit 6 Monaten:

Vorteil : recht früher Schutz, Temperaturreaktion wie bei vorherigen Regelimpfungen, weniger teuer,

konkret: 2 Impfungen im 7. und 9. Monat , eine mit 18 Monaten

Möglichkeit 3:

Wir impfen bei der U6 mit 12 Monaten zusammen mit der MMRV Impfung:

Vorteil: preiswert durch weniger Impfungen, ähnlich wie bei MenC Regelimpfung; Nachteil: späterer Schutz

konkret: 2 Impfungen mit 12 und 14 Monaten, eine mit 2 Jahren bei der Vorsorge U7

Möglichkeit 4:

Nachholimpfung für alle bisher nicht Geimpften bis 18 Jahre wie bei der bisherigen MenC Impfung auch.

konkret: 2 Impfungen im 8 Wochen Abstand

Die Kosten für den Impfstoff und die ärztliche Impfleistung werden derzeit nicht von allen Krankenkassen übernommen und sind somit eine private Leistung. Andererseits…. übernehmen doch schon einige KK die MenB Impfung , da sie den guten Schutz vor teuren Folgeerkrankungen erkennen. Bitte erkundigen Sie sich da!

Weitere Informationen erhalten Sie auch vom Robert Koch Institut (www.rki.de/Infektionsschutz/Impfungen) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de/Themen/Schutzimpfungen )

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Praxis Dr.Wulff

Anfahrt

Aktuelle Meldungen