Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med Jochen Wulff, 58640 Iserlohn/Hennen

C. MEDIZINISCHES :

VIELES IST AUCH IM "INFO-ARCHIV" GESPEICHERT!

- Ein Fieberkrampf ist für Eltern erschreckend, hinterlässt bei einfachem vernünftigen Management aber keine Schäden für die Zukunft. Jedes Gehirn neigt bei Überhitzung zu unkontrollierten elektrischen Entladungen – das Kleinkindergehirn halt nur schneller. Was tun? Erstmal zu Hause vorbesprechen, was zu tun wäre (siehe auch auf unserer Homepage: Notfälle!): 1. Ruhe., 2. Kind in Seitenlage, 3. Fieberzäpfchen geben., 4. Arztkontakt. - Beim 1. Mal oder bei Verkomplizierungen (Kind war schon vorher schlecht zurecht oder kommt in schlechten Zustand) auch mit Notarzt.

- Wann kann/soll ein Kind in den Kindergarten? Besonders wenn es unter 3 Jahren ist? Gewiss nicht, weil der Arbeitgeber, das Finanzamt oder die Rentenversicherung das so möchten. Ein Kind ist kein Funktionsträger. Es ist soweit, wenn es ohne seine Eltern spielen und neue Gemeinsamkeit erleben kann und die Eltern gelernt haben, Hänschen Klein dann auch loszulassen. Sonst ist es (auch messbarer) Stress für alle Beteiligten. Und wenn die Kindertagestätten eben auch nicht nur zu Erfüllungsgehilfen gemacht werden und pädagogisch angemessen, das Kind nicht überfordernd und dabei in Anzahl der Betreuer und Räumlichkeiten gut ausgestattet mit dem Kind fachmännisch (-fraulich) arbeiten können: erst dann ist es gut. Meine ich...und auch die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie. 

- Lauflernwagen und sog. Gehhilfen sind für die Aufrichtung der Kleinkinder grober Unfug. Balance lernen sie so nicht. Sie kippen nach vorne oder verunfallen. Das TÜV Siegel bedeutet nur, dass die Dinger (leider) unzerstörbar sind.

- Grippeimpfstoff ist ausverkauft! Letztes Jahr war kaum Interesse, nun wollten Alle wegen des guten Vierfach Schutzes den Impfstoff…..

- Wir haben unsere Sonographie Qualitätsprüfung in Kategorie I bestanden und bekommen dazu ein neues Sonographiegerät. Die Auflösung gerade bei kleinen Patienten ist besser. Trotzdem gilt: erst Vorgeschichte, dann klinische Untersuchung, dann ggf. Technikeinsatz.

- Die Gebärmutterhalskrebsschutzimpfung (HPV) ist auch eine Peniskarzinomschutzimpfung. Das auslösende Virus ist das gleiche und man steckt sich wechselseitig an. Deswegen werden ab 2019 auch die Jungen geimpft. Apropos Impfung: Die Grippeschutzimpfung enthält nun endlich zwei A und zwei B Virusstämme. Wir impfen dafür ab Oktober.

- Husten ist erst einmal gut und ein Reinigungsreflex! Reicht diese Reinigung nicht aus, die Infektion wird stärker, das Kind hat dazu einen schlechten Allgemeinzustand, Luftnot und fiebert deutlich – dann braucht man den Arzt.

- Das fetale Alkoholsyndrom ist das Resultat der Vergiftung des Kindes im Mutterleib mit diesem Stoff. Die Folgen für Gedeihen, Aussehen und Hirnzentrenreifung sind fatal und führen zu jährlichen geschätzten Folgekosten für die notwendige Betreuung der Patienten allein in den USA von vier Milliarden Dollar. Auch wenn ein massives Trinken der werdenden Mutter natürlich besonders grauenhaft ist, so ist ein Alkoholaufnahmegrenzwert in der Schwangerschaft nicht bekannt. Also einfach sein lassen! Wer bei sich selber oder anderen Schwangeren ein Alkoholproblem erkennen muss, zeigt persönliche Größe, wenn sie/er aktiv sofort Hilfe sucht oder das Problem als Freund /Freundin anspricht.

- Mit dem zu untersuchenden Kind in der Praxis zu sein und auch einmal zu warten ist auch Gelegenheit zum Schmusen, Spielen und Vorlesen unserer zahlreichen guten Bücher. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Die Beschäftigung mit dem Handy trennt eher beide Seiten voneinander. Nebenbei: Bücher sind zum Lesen und nicht zum Klettern und das Spielzeug und die Zeitschriften bitte wieder zurück an seinen Platz für die Nächsten! 

- In Tageseinrichtungen greifen maßgebliche Infektionskrankheiten wie z.B. Masern natürlich besonders schnell um sich. In NRW wird deshalb jetzt vor Aufnahme dort der Nachweis einer richtig durchgeführten, positiven Impfberatung gefordert. Das ist bei dem Entwicklungslandniveau Deutschlands bzgl. des Schutzes gegen Masern auch bitter nötig. Es steht den Trägern des Kindergartens natürlich auch frei, aus Risikogründen die Aufnahme eines ungeimpften Kindes abzulehnen: bei manchem minimal geröteten Auge wird der Besuch abgelehnt, aber für Kinder ohne Tetanusschutz soll die Verantwortung bei Schürfwunden übernommen werden?

- Die allgemeine Freigabe von Cannabis wird oftmals mit dem Grund gefordert, der schädliche Alkohol sei ja auch erlaubt. Schwächer kann ein Argument wohl kaum sein. Schon die Freigabe für Cannabis nur im medizinischen Bereich steht auf tönernen Füßen: z.B. sind deutliche Schmerzreduktion oder Besserung bei Multipler Sklerose nicht bewiesen. Regelmäßiger Gebrauch von Cannabis verschlechtert nachweisbar besonders die Gedächtnisleistung, psychische Störungen treten deutlich häufiger vor Allem bei jugendlichen Konsumenten auf.

- In den USA verbringen Jugendliche und Kinder im Schnitt 7 Stunden vor dem Bildschirm, bei einem TV im eigenen Zimmer 11 Stunden. Übergewicht, schlechte Sprache, Aufmerksamkeit und beeinträchtigtes Schlafverhalten treten bei hohen TV/ SmartPhone Zeiten deutlich vermehrt auf. „Nein“, aber nicht immer nur „Nein“ zu sagen ist Eltern erlaubt, um Kindern (und sich selber?) Medienkompetenz beizubringen. Auch dazu gibt es gute Beratungsgrundlagen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de): zum Beispiel für den nächsten Elternabend in der Klasse.

Du kannst Deine Kinder noch so gut erziehen, am Ende machen sie Dir alles nach.

- In dem letzten Schwangerschaftsdrittel sollte man an zwei Impfungen denken: Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten und gegen echte Grippe. Beide Erkrankungen sind für die werdende Mutter selbst wie auch für das Neugeborene gefährlich. Die Verträglichkeit auch in der Schwangerschaft ist sehr gut.

- Es läuft eine Kampagne gegen das Rauchen im Auto und dem damit verbundenen massiven Passivrauchen der kindlichen Passagiere. Asthma, Neurodermitis und ADHS gibt es auch so, sind aber bei Kindern von Rauchern häufiger. Nebenbei: eine Packung Zigaretten am Tag zu 6 Euro mal 365 Tage macht…ähm.. 2200 Euro netto. Schöner Urlaub!

- Auch ganz kleine Babys können bei ihrer rundlichen Körperform beim plötzlichen Anziehen von Armen und Beinen ein Drehmoment bekommen und ins Rollen kommen: am Wickeltisch IMMER eine Hand am Kind! Sturzgefahr!

- Jugendliche gehen gern ins Sportstudio. Gegen einen ausgewogenen Muskelzuwachs ohne resultierende Muskelverkürzung mit Bewegungssteifheit und Ungeschicklichkeit ist bei begleitendem angepassten Konditionstraining ja auch nichts einzuwenden. Dringend gewarnt werden müssen diese Sportler aber vor der Einnahme von Anabolika, die unter der Hand oder mit einem anderen Namen getarnt zum Muskelaufbau verkauft werden. Diese Medikamente schädigen das Herz, verursachen Akne, sind wachstumshemmend und ….. machen entgegen der Verheissung mit einem kräftigen Muskelbild impotent.

- "Ganzheitliche Medizin" ist kein Merkmal alternativer Medizinberufe. In der Kinderheilkunde gibt es schon lange den Begriff des bio-psycho-sozialen Modells: Welche Lebensumstände wirken auf Entstehung und Folgen von speziellen Erkrankungen und entstehen dadurch Nachteile in der sozialen Teilhabe der Kinder? Dafür gibt es als Instrumente die Sozialpädiatrie und die psychosomatische Grundversorgung. Für beide haben wir die Qualifikationen, die wir allein oder in Zusammenarbeit mit anderen ausfüllen. 

- Tragetücher für Babys sind günstig für die Hüftentwicklung, wenn das Kind dabei in eine Sitz-/Hockstellung kommt, die Hüften also gebeugt, nicht gestreckt sind. 

- Das Netzwerk Junge Familie (so auch im Netz!) hat einheitliche, über alle Bereiche der Ernährung, besonders im Säuglings- und Kleinkindalter, reichende Empfehlungen gegeben. Ärzteverbände, Hebammendachverband und Ernährungswissenschaftler haben sich einvernehmlich darauf geeinigt. Wer abweichend hiervon berät, hat dazu ausdrücklich keine wissenschaftliche Grundlage und muss das als persönliche Einzelmeinung markieren.   

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