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26.01.2016

WHO: Zika-Virus breitet sich wahrscheinlich in ganz Amerika und noch weiter aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte davor, dass sich das Zika-Virus vermutlich in ganz Amerika und noch weiter ausbreiten könnte.

Eine Infektion mit dem Zika-Virus löst Symptome wie leichtes Fieber, Bindehautentzündung und Kopfschmerzen aus. Krankheitsfälle sind bereits in 21 Ländern der Karibik, Nord- und Südamerika aufgetreten. In Zusammenhang damit sind tausende Geburten von Babys mit sehr kleinen Köpfen geboren worden, deren Gehirne in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind. Einige Länder haben deshalb Frauen empfohlen, mit einer Schwangerschaft zu warten. Eine Behandlung oder Impfung ist nicht verfügbar.

Das Virus stammt aus Afrika. Mai 2015 tauchte es in Brasilien auf. Weil Menschen in Nord- und Südamerika eine natürliche Immunität dagegen fehlt, wird angenommen, dass sich die Infektionen rasch ausbreiten.

Übertragung durch Moskitos

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken (Aedes aegypti) bzw. Aedes-Moskitos übertragen, die in allen Ländern der USA, außer Chile und Kanada existieren.
In einer Erklärung, die Pan American Health Organization (PAHO), dem Regionalbüro der WHO, heißt es: "PAHO rechnet damit, dass sich das Zika-Virus zukünftig auch in Ländern und Regionen vermehren wird, in denen diese Moskitos leben."

PAHO bestätigte auch, dass das Virus im Sperma nachgewiesen wurde und es möglicherweise einen Fall gab, wo eine Ansteckung von Mensch zu Mensch durch sexuellen Verkehr stattgefunden hatte. Das Virus kann sogar in seltenen Fällen durch Blut übertragen werden.

Viele Infektionen bleiben ohne Beschwerden

Rund 80% der Infektionen verursachen keine Symptome. Aber die größte Sorge sind die potenziellen Auswirkungen einer Infektion bei Schwangeren auf ihre ungeborenen Kinder und deren Entwicklung im Mutterleib. Seit Oktober wurden allein in Brasilien rund 3.500 Babys mit Mikrozephalie (kleingewachsener Kopf) und winzigen Gehirnen geboren. Normalerweise ist diese Fehlbildung sehr selten.

PAHO rät schwangeren Frauen besonders vorsichtig zu sein und ihren Arzt aufzusuchen, bevor sie in gefährdete Regionen reisen und auch nach einem Besuch in diese Gebiete. Kolumbien, Ecuador, El Salvador und Jamaika hatten letzte Woche empfohlen, dass Frauen ihre Schwangerschaften verzögern sollten, bis mehr wurde über das Virus bekannt ist.

Globale Bedrohung

Prof. Laura Rodrigues von der brasilianischen Akademie der Wissenschaften und von der London School of Hygiene and Tropical Medicine erklärte: "Überall dort, wo es Dengue-Fieber und Mücken gibt […], besteht eine sehr reale Gefahr, dass Virus-Infektionen ausbrechen werden, d.h. nicht nur in Amerika, sondern auch in Asien."

Guillain-Barré-Syndrom

Zunehmend steht das Zika-Virus auch im Verdacht, eine Nervenerkrankung auszulösen – das Guillain-Barré-Syndrom. Dieses sonst seltene Lähmungssyndrom ist nun vor allem in Brasilien und El Salvador sprunghaft angestiegen.

Quellen: BBC News, PAHO (1 u. 2)

Autor: äin-red