Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

News

27.03.2016

WHO: Jugendliche in wohlhabenden Ländern rauchen und trinken weniger als noch vor ein paar Jahren

Die Zahl der Jugendlichen, die Alkohol oder Zigaretten probieren, bevor sie 14 Jahre alt geworden sind, ist gesunken - vor allem bei Mädchen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die das Verhalten der Jugendlichen in 42 wohlhabende Ländern beobachtete.

© Celeste-RF - Fotolia.com

© Celeste-RF - Fotolia.com

Alle vier Jahre wird im Rahmen der „Health Behviour in School-aged Children“-Studie (HBSC) das Gesundheitsverhalten der Jugend untersucht, und die Selbstwahrnehmung und das Risikoverhalten der 11-, 13- und 15-Jährigen ermittelt. Insgesamt rauchen und trinken Jugendliche demnach weniger - mit Ausnahmen.

Zigaretten- und Alkoholkonsum rückläufig

Von 2010 bis 2014 sank der Anteil der 15-jährigen Jungen in Europa, Kanada und Israel, die sie angaben, sie hätten mit 13 Jahren zum ersten Mal eine Zigarette geraucht, von 26% auf 22% gesunken und bei den Mädchen sogar von 22 auf 13%.

Alkoholkonsum bei jungen Teenagern ging in den untersuchten 42 Ländern im gleichen Zeitraum um etwa 10% zurück. Nur bei wöchentlichen Besäufnissen war der Rückgang bei den13-jährigen Mädchen und Jüngeren gering, sodass sie sich der Anzahl der männlichen „Komasäufer“ in dieser Altersgruppe näherten.

Grönland, Litauen, Estland, Lettland und die Tschechische Republik hatten 2014 den höchsten Anteil an jungen Raucher. In diesen Ländern gaben 38 bis 56% der männlichen Teenager an, bereits mit 13 Jahren geraut zu haben. Bei den weiblichen Teenagern traf dies für 36 bis 53% zu.

Zu den Ländern mit den niedrigsten Raten von Jugendlichen, die in diesem Alter rauchten, waren Island, Albanien, Kanada, Norwegen und Spanien.

In Europa gehen 16% aller Todesfälle bei Erwachsenen über 30 Jahren auf Zigarettenrauchen zurück. Das ist der höchtee Prozentsatz in allen WHO-Regionen.

Studien haben gezeigt, dass Nikotin- Exposition in der Jugend eine nachhaltige Wirkung auf die Entwicklung des Gehirns haben kann. Die meisten Länder haben mittlerweile Schritte unternommen, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten, von Verboten über aggressive Kampagnen bis hin zu erhelblichen Steuern.

Bulgarien und England sind „Schlusslichter“ in bestimmten Bereichen

Bulgarien ist bei den regelmäßigen Alkoholkonsumenten im Teenageralter Spitzenreiter. 13% bzw. 20% der 13-jährigen Mädchen und Jungen trinken nach eigener Auskunft mindestens einmal in der Woche Alkohol. Bei den Räuschen erreicht England eine Sonderposition: Es ist das einzige Land, in dem mehr Mädchen berichteten, bereits einen „Vollrausch“ gehabt zu haben (31% Mädchen gegenüber 25% der Jungen).

Mehr Jungen als Mädchen leiden unter Übergewicht

Im Alter von elf Jahren sind mehr als 25% der Jungen übergewichtig oder fettleibig in drei Vierteln der untersuchten Länder.
Bei den 13-Jährigen gilt dies nur noch für die Hälfte der Länder, und bei etwa einem Viertel der Länder sind mehr als 25% der Jungen übergewichtig.
Der Anteil der Übergewichtigen erreicht jedoch in keinem Land für Mädchen mehr als 25%, mit einer Ausnahme: Malta.

Zu den Ländern mit den meisten dicken Jugendlichen gehören Griechenland, Kanada, Grönland und Bulgarien.

In allen Nationen und Alterskategorien – außer in Irland, im Alter von 11 – weisen mehr Jungen als Mädchen zu viel Gewicht auf, in der Regel mit großem Abstand.

Mehr Mädchen als Jungen glauben, zu dick zu sein

Trotz dieses Ungleichgewichts ist der Anteil der Mädchen, die von sich behaupten, zu dick zu sein, in allen 42 Ländern größer.
Je älter sie wurde, desto deutlicher wurden die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Selbstwahrnehmung.

Mit 15 Jahren sagten mehr als 50% der Mädchen in 14 Nationen, sie müssten abnehmen – u.a. in England, in Deutschland, in den Niederlanden, in Belgien und ganz oben auf der Liste Polen, wo 61% der weiblichen Teenager weniger wiegen wollten.

"Mädchen sind unabhängig von ihrem Herkunftsland eher unzufrieden mit ihrem Körpergewicht ", so der Bericht.

Quelle: medicalXpress, WHO/HBSC


Autor: äin-red