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14.02.2016

Übergewicht und mangelnde Fitness in später Jugend erhöhen Risiko für Bluthochdruck

Body-Mass-Index (BMI) und aerobe Kapazität in der späten Jugend haben Einfluss auf die Entwicklung von Bluthochdruck im Erwachsenenalter. Dies ergab die Beobachtung von schwedischen Wehrpflichtigen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht.

© Galina Barskaya - Fotolia.com

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Bluthochdruck hat während der letzten 20 Jahre zusammen mit erhöhten Raten von Übergewicht und Bewegungsmangel zugenommen.

Dr. Casey Crump von der Universität Stanford, Kalifornien, und ihre Koautoren untersuchten, inwieweit die körperliche Fitness (sowohl aerobe Kapazität als auch die Muskelkraft) und der BMI im späten Jugendalter in Verbindung mit Bluthochdruck im Erwachsenenalte stehen. Aerobe Kapazität, Muskelkraft und BMI wurden bei etwa 1,5 Millionen 18-jährigen Wehrpflichtige in Schweden erfasst. Die Teilnehmer wurden dann bis zu einem maximalen Alter von 62 Jahren beobachtet.

Unter den 1,5 Millionen Menschen entwickelten 93.035 (6%) nach durchschnittlich etwa 26 Jahren Bluthochdruck. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer bei der Bluthochdruck-Diagnose war fast 50 Jahre.
Aerobe Kapazität wurde in Watt („niedrig“ war als weniger als 240 Watt definiert) gemessen, und die Muskelkraft wurde in Newton gemessen (niedrig war als weniger als 1.900 Newton definiert). Die durchschnittliche aerobe Kapazität unter den Patienten mit Bluthochdruck betrug 231,8 Watt und 264 Watt bei den Menschen, die keinen Bluthochdruck bekamen. Die mediane Muskelkraft unter den Teilnehmern mit Bluthochdruck erreichte 2.000 Newton und 2020 Newton bei den Männern ohne Bluthochdruck.

Risikosteigerung um Faktor 3,5

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ein hoher BMI und eine niedrige aerobe Kapazität (aber nicht Muskelkraft) mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden sind. Dieses Risiko bestand unabhängig von genetischen und sozioökonomischen Faktoren. Die Kombination aus hohem BMI (übergewichtig oder fettleibig vs. normal) und niedriger aeroben Kapazität war mit dem höchsten Risiko für Bluthochdruck verbunden: Den Experten zufolge führte die Kombination von niedriger aerober Kapazität mit hohem BMI zu einem um das 3,5-Fache erhöhten Risiko für Bluthochdruck im Vergleich zu Männern mit hoher aerober Kapazität und normalem BMI. Eine geringe Fitness erhöhte auch bei Männern mit einem normalen BMI das Risiko für Bluthochdruck. Muskelkraft schien dagegen wenig Einfluss auf das Risiko von Bluthochdruck zu haben, stellten die Experten fest.

Eine Einschränkung der Studie sei den Autoren zufolge, dass die körperliche Fitness und der BMI nur in einem bestimmten Alter gemessen wurde und die Teilnehmer nur aus Männern bestanden.

"Sollten sich die Ergebnisse aber bestätigen, legen sie nahe, dass Interventionen gegen Bluthochdruck früh im Leben ansetzen sollten und nicht nur eine Gewichtskontrolle beinhalten sollten, sondern auch die aerobe Fitness überprüfen sollten – und dies auch bei Menschen mit einem normalen BMI,", lautet das Fazit des Teams um Crump.

Quelle: MedicaXpress, JAMA Internal Medicine



Autor: äin-red