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15.02.2016

Teenagerjahre strapazieren Eltern vielleicht noch mehr als Säuglingszeit ihrer Kinder

Einer aktuellen Studie der Arizona State Universität zufolge haben Mütter mit der Säuglingszeit nicht unbedingt die anstrengendste Zeit ihrer Elternlaufbahn hinter sich. Denn die Pubertät bzw. wenn Kinder die Mittelstufe in der Schule besuchen ist mindestens genauso herausfordernd.

© Dan Race - Fotolia.com

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Viele gehen davon aus, dass Eltern die schlimmste Zeit durchmachen, wenn ihre Kinder noch klein sind. Eine aktuelle Forschungsarbeit zeigt aber, dass Eltern die weit größeren Herausforderungen meistern müssen, wenn ihre Kinder die Mittelstufe besuchen.

Prof. Dr. Suniya Luthar und Lucia Cicolla erklärten, dass - abgesehen von der Pubertät – in der Mittelstufe die Schulumgebung immer unpersönlicher werde, Noten und Leistungen mehr zählen und es zunehmend für Heranwachsende wichtig werde, ob sie bei Gleichaltrigen beliebt sind, während sie sich gleichzeitig darum bemühen, sich von ihren Eltern abzugrenzen. Zudem kämpfen Kinder mit ihrer Pubertät und deren Folgen, wie Hormone, Akne und Körperveränderungen. Sie werden experimentierfreudiger, manche probieren Alkohol, Drogen und machen erste sexuelle Erfahrungen. All dies summiert sich zu einer turbulenten Zeit für die Heranwachsende, und deshalb auch für diejenigen, die sie durch diese schwierige Zeit begleiten.

Risikofreudigkeit von Teenagern bereitet Eltern große Sorgen

Die Sorge der Eltern, dass Kinder sich riskant verhalten und sich in Gefahr begeben, ist besonders groß, wenn der Nachwuchs das Jugendalter erreicht.
"Aus der Sicht der Mütter steckt in dem Spruch ‚Kleine Kinder - kleine Probleme; große Kinder - große Probleme‘ viel Wahrheit", glaubt Professor Suniya Luthar. "Die Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern ist zwar körperlich anstrengend. Aber bei Kindern in der Pubertät sind die Anforderungen an die Eltern weitaus komplexer, und das Risiko, dass etwas ‚schief geht‘, viel größer ", ergänzt Luthar.

Luthar und Cicolla untersuchten mehr als 2.200 meist gut ausgebildete Mütter mit ihren Kindern und verfolgten deren Entwicklung vom Säuglingsalter bis über die Volljährigkeit hinaus. Dabei wollten sie wissen, wie sich das persönliche Wohlbefinden, die Elternschaft und die Wahrnehmungen der eigenen Kinder im Laufe der Zeit veränderten. Es zeigte sich, dass Gefühle von Stress und depressive Stimmungen bei Müttern mit Kindern im Alter von 12 bis 14 Jahren stärker waren als bei Müttern mit Säuglingen oder von bereits erwachsenen Kindern. Teenager können sehr verletzend sein, wenn sie u.a. mit den Augen rollen, distanziert auftreten und sogar unverhohlene Verachtung für ihre Eltern zeigen. Aus einem niedlichen und süßen Kind ist dann ein „Pubertier“ geworden.

Für Väter und Mütter ist es ein Balanceakt, in den richtigen Momenten Schutz und Geborgenheit zu geben, aber auch rechtzeitig Freiraum zu lassen, ohne dabei auf Grenzen zu verzichten.

Quelle:  ScienceDaily, Arizona State University, Developmental Psychology
     

Autor: äin-red