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04.11.2015

Studie: Prävention von Herz-Kreislaufkrankheiten sollte im Vorschulalter beginnen

Lernen bereits Drei- bis Fünfjährige, was zu einem gesunden Lebensstil gehört, beeinflusst das nicht nur ihr Gesundheitsverhalten längerfristig positiv, sondern auch das der ganzen Familie. Dies könne ein wichtiger Beitrag zur Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Krankheiten sein. Zu diesem Schluss kommen spanische Forscher in einer im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlichten Studie.

Spanische Forscher konnten zeigen, dass durch die Vermittlung von Wissen über einen gesunden Lebensstil das Verhalten von Vorschulkindern verbessert und deren Einstellungen und Gewohnheiten in Bezug auf gesunde Ernährung und Bewegung positiv verändert werden kann. Durch die Frühintervention verloren übergewichtige Kinder u.a. im Lauf von drei Jahren mehr Körperfett als Kinder ohne Schulung. Den Forschern aus Madrid zufolge könne ein frühzeitiges Schulungsprogramm nicht nur die Lebensgewohnheiten der Vorschulkinder zum Positiven wenden, sondern auch deren Eltern dazu ermutigen, eine gesündere Lebensweise anzunehmen.

Das SI! genannte Schulungsprogramm wurde an 24 öffentlichen Schulen in Madrid, Spanien, bei 2.062 Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren erprobt. Einige Schulen sollten das Dreijahres-Programm in ihrem Lehrplan aufnehmen, andere sollten den üblichen Unterrichtsstoff lehren. Das SI!-Programm konzentrierte sich auf gesunde Ernährung und Bewegung und wie diese verbessert werden können sowie auf das Verständnis des menschlichen Körpers. Diese Kenntnisse wurden innerhalb der Klasse, durch Aktivitäten im Rahmen von Hausaufgaben, die Kinder mit ihren Familien ausüben sollten, sowie bei einer jährlichen Gesundheitsmesse an der Schule vermittelt. Wie sich das Wissen, die Einstellungen und Gewohnheiten dadurch wandelten, wurde mithilfe einer jährlichen Umfrage erfasst. Die Fragebögen beurteilten die Bereiche Wissen (K: knowledge), Einstellung (A: attitude) und Gewohnheiten (H: habit) in Bezug auf die körperliche Aktivität, Ernährung und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Es gab KAH-Punkte von 0 bis 80. Ob ein Kind unter Übergewicht litt, wurden ebenfalls bewertet, einschließlich Körpergewicht, Größe, Taillenumfang und Hautfaltendicke.

Nach drei Jahren erreichten die Kinder, die am SI!-Programm teilgenommen hatten, eine um 4,9% höhere Gesamt-KAH-Punktzahl als Kinder, die dem normalen Lehrplan gefolgt waren. Körperliche Aktivität war der Bereich, der sich am meisten verändert hatte. Der größte Effekt trat im zweiten Jahr des Programms ein.

Quelle: Science Daily, American College of Cardiology, Journal of the American College of Cardiology

   

Autor: äin-red