Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

News

22.11.2015

Singen beruhigt Babys mehr als reden

Einer neuen Studie der Universität in Montreal zufolge bleiben Säuglinge doppelt so lange ruhig, wenn Mütter ihnen vorsingen – auch in einer unbekannten Sprache -, wie wenn Mütter beruhigend auf sie einreden.

"Viele Studien haben sich damit beschäftigt, wie Gesang und Sprechen die Aufmerksamkeit der Säuglinge beeinflusst. Wir wollten wissen, welche Wirkung er auf die emotionale Selbstkontrolle eines Babys hat", erklärt Professor Isabelle Peretz. „Emotionale Selbstkontrolle ist bei kleinen Kindern noch nicht entwickelt, und wir glauben, dass das Singen Babys hilft, diese Fähigkeit zu entwickeln." Die Studie, die vor kurzem in der Fachzeitschrift „Infancy“ veröffentlicht wurde, beobachtete dreißig gesunde Kinder in einem Alter zwischen sechs und neun Monaten.

Viele Menschen lassen sich durch Musik mitreißen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern zeigt sich dies, wenn sie mit dem Fuß im Takt wippen, mit dem Kopf im Takt wackeln oder mit den Fingern trommeln. "Bei kleinen Kindern äußert sich die Begeisterung für Musik nicht in solchen Verhaltensweisen, vermutlich weil sie noch nicht über die erforderlichen körperlichen oder geistigen Fähigkeiten verfügen", so Peretz. "Unsere Beobachtungen lassen aber den Schluss zu, dass die Babys von der Musik hingerissen sind und offensichtlich die Fähigkeit besitzen, sich von ihr unterhalten zu lassen.“

Lieder beruhigten die Babys für etwa 9 Minuten, Reden nur etwa halb so lang.

Die Ergebnisse sind laut den Wissenschaftlern von Bedeutung, weil insbesondere Mütter aus westlichen Ländern viel mehr sprechen, wenn sie ihr Kind beruhigen wollen, als sie singen.

Quelle: medicalXpress, Infancy



Autor: äin-red