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01.11.2015

Regelmäßiges langes Surfen im Internet erhöht Risiko für Bluthochdruck

Einer aktuellen amerikanischen Studie zufolge ist exzessives Surfen im Internet bei Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im „Journal of School Nursing“ veröffentlicht. Demnach tendieren Jugendliche, die mindestens 14 Stunden pro Woche im Internet verbringen, zu einem erhöhten Blutdruck.

© fotandy - Fotolia.com

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Dies ist vermutlich die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Zeit, die sich Teenager im Internet aufhalten, und Bluthochdruck zeigt. Die Ergebnisse unterstützen eine zunehmende Anzahl von wissenschaftlichen Arbeiten, die vor den gesundheitlichen Risiken einer übermäßigen Nutzung des Internets warnen und auf einen Zusammenhang mit anderen Risiken wie Sucht, Angststörung, Depression, Übergewicht und sozialer Isolation hinweisen.
Dr. Andrea Cassidy-Bushrow, eine Wissenschaftlerin am Henry Fords Department of Public Health Sciences in Detroit und leitende Autorin der Studie, erklärte, dass der daraus resultierende Rat für Eltern und Teenager sei, dass das Surfen im Internet in Maßen erfolgen und nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen sollte.

Maximal 10 Stunden pro Woche

"Der Gebrauch des Internets gehört mittlerweile zu unserem täglichen Leben, aber er sollte uns nicht verbrauchen", mahnt sie. "In unserer Studie verbrachten Jugendliche, die wir als intensive Internet-Nutzer beschreiben würden, durchschnittlich 25 Stunden pro Woche im World Wide Web.
"Es ist wichtig, dass junge Menschen regelmäßige Pausen machen und sich in irgendeiner Weise körperlich betätigen, wenn sie am Computer sitzen oder sich mit ihrem Smartphone beschäftigen. Ich empfehle Eltern, ihren Kindern eine begrenzte Zeit im Internet zu genehmigen. Ich denke, fünf Tage die Woche maximal je zwei Stunden ist eine gute Faustregel."

Übergewicht und erhöhte Blutdruckwerte bei den "Viel-Surfern"

Die Forscher analysierten die Daten von 331 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die u.a. Blutdruckwerte beinhalteten, die bei körperlichen Untersuchungen erfolgt waren. Die Teilnehmer füllten auch einen Fragebogen mit 55 Fragen zu ihrer Internet-Nutzung während der Woche aus. Die Fragen reichten von, wie und wofür Jugendliche das Internet nutzten bis hin zu wie viel E-Mail-Adressen sie zur Zeit besaßen.
Für ihre Studie definierten die Forscher Internet-Nutzung als das Aufsuchen einer Website, das Schreiben und Lesen von E-Mails, Instant Messaging, das Spielen von „Games“, Hausaufgaben machen, Einkaufen, Herunterladen von Software und das Erstellen oder Warten einer Internetseite.

Weitere Ergebnisse der Studie waren:

  • Teenager befanden sich durchschnittlich 15 Stunden in der Woche im Internet - in der Schule oder zu Hause.
  • 39% der Mädchen waren starke Internet-Nutzer im Vergleich zu 43% der Jungen.
  • 43% der exzessiven Internet-Nutzer wurden im Vergleich zu 26% der „leichten“ Internet-Nutzer übergewichtig.

Schwere Internet-Nutzung wurde als tägliches Surfen von mehr als 2 Stunden definiert. Als maßvolle bzw. moderate Nutzung bezeichneten die Experten weniger als bis zu 2 Stunden an 5 Tagen pro Woche. Unter „geringes Surfen“ fassten sie den Internetgebrauch von bis zu zwei Stunden täglich an vier oder weniger Tagen in der Woche zusammen. Ein erhöhter Blutdruck wurde als systolischer oder diastolischer Blutdruck über oder auf 90. der Perzentile definiert. Dies würde beispielsweise bei einem 16,5 Jahre alten Jungen, der 178 cm groß ist, bei einem diastolischen Wert ab 80 und systolischen Wert ab 134,5 zutreffen.

Quellen: newswise/Henry Ford Health System, Journal of School Nursing



Autor: äin-red