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30.03.2016

Plötzlicher Kindstod: Säuglinge sollten in ihrem eigenen Bettchen schlafen

Um das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome) zu verringern, sollten Säuglinge in ihren ersten Lebensmonaten in ihrem eigenen Bettchen schlafen und nicht mit einem Elternteil zusammen.

„Wenn Babys im Elternbett schlafen, erhöhen sich die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. So ist beispielsweise die Matratze nicht speziell auf Babys ausgerichtet, es gibt Kissen und Bettzeug, die über den Kopf des Kindes geraten können und das Kind kann leicht eine andere Position als auf dem Rücken einnehmen“, warnt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von www.kinderaerzte-im-netz.de.

Viele Maßnahmen, wie das Schlafen auf dem Rücken in einem passenden Schlafsack, Rauchverzicht und mäßig temperiertes Schlafzimmer, konnten bisher die Zahl von Todesfällen durch SIDS stark verringern. Experten sind aber der Meinung, dass noch mehr Leben gerettet werden könnten, wenn Säuglinge konsequent zum Schlafen in ihr eigenes Bett gelegt würden. Eine weitere Sicherheit kann erreicht werden, wenn das Säuglingsbett im Schlafzimmer der Eltern steht. Auch die schlafende Mutter ist ein guter „Monitor“ für Atemveränderungen des Kindes im Schlaf.

Eine schwedische Doktorarbeit an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg hat die Wichtigkeit eines eigenen Kinderbettes erneut bestätigt. In Schweden sind die SIDS-Fälle zwar von mehr als hundert Kindern jährlich in den frühen 1990er Jahren auf etwa zwanzig Todesfälle pro Jahr in den letzten Jahren aufgrund präventiver Maßnahmen zurückgegangen. Doch bei den Fällen neueren Datums war ein mit den Eltern geteiltes Bett in Zusammenhang mit plötzlichem Kindstod häufig angegeben worden.

„Wenn Babys Schlafprobleme haben, sie gestillt werden oder Mütter alleinerziehend sind, erscheint es praktischer, gemeinsam in einem Bett zu schlafen. Aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen dagegen“, warnt Prof. Nentwich mit Bezug auf die schwedische Studie. Starben in Deutschland 1998 noch 602 Kinder durch den plötzlichen Kindstod, waren es 2014 nur noch 119. Diese Zahl kann möglicherweise durch zusätzliche präventive Maßnahmen noch weiter reduziert werden.

Quelle(n): University of Gothenburg (1, 2), Statistisches Bundesamt_________________________________________________

Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red