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22.09.2014

PädExpert: Kinder- und Jugendärzte wollen mit Telemedizin die medizinische Versorgung im ländlichen Raum verbessern

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bietet seit Kurzem ein telemedizinisches Expertenkonsil für seine Mitglieder. Dabei kann bei Patienten mit chronischen Erkrankungen, unklaren Befunden oder seltenen Erkrankungen ein Experte zur weiteren Behandlung hinzugezogen werden.

Hausarzt mit Patientin konsultiert via Telemedizin den Experten.

Mit dem digitalen Programm „PädExpert“, das vom BVKJ entwickelt wurde, werden auch Behandlungsempfehlungen gegeben und den teilnehmenden Ärzten z.B. gezeigt, auf welche medizinischen Daten sie bei seltenen Erkrankungen achten sollen. „Die Mehrheit der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte sind hausärztlich tätig. Es gibt aber auch Pädiater, die eine Schwerpunktausbildung haben und z.B. als Kinderhämatologen oder im Bereich der Kinderrheumatologie tätig sind. Leider haben viele dieser Experten ihre Praxen in den Ballungsräumen und sind damit nur für die Kollegen und ihre Patienten in den Städten schnell erreichbar. Mit dem neuen telemedizinischen Programm „PädExpert“ können wir dieses vertiefte Wissen nun auch für die Praxen in den ländlichen Regionen verfügbar machen. Das ist ein großer Vorteil für Ärzte und Patienten, denn so kann die Behandlung in vielen Fällen vor Ort weitergeführt werden mit der Unterstützung des Experten, der über das Programm den Fall begleitet und so auch den Gesundheitszustand des Patienten kennt“, erläutert Dr. Martin Lang, einer der Initiatoren, das neue telemedizinische Konsil. Und auch einen weiteren Vorteil sieht der Pädiater aus Augsburg, der auch Landesvorsitzender des BVKJ in Bayern ist. „Wer mehrfach mit dem Programm gearbeitet hat, der versteht viel besser, wie Schwerpunktpädiater einen unklaren Fall eingrenzen. Über das System werden auch medizinische Daten abgefragt, die vielleicht bisher gar nicht erhoben wurden. So ist die Teilnahme an diesem System auch eine Art permanente Fortbildung, die die Kompetenz der teilnehmenden Ärzte deutlich erhöht“, so Lang.

Nach Pilotphase in Bayern bundesweite Einführung geplant

Nach der Pilotphase in Bayern, die vom Gesundheitsministerium in Bayern gefördert und in 2015 abgeschlossen wird, plant der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auch den bundesweiten Einsatz von PädExpert. Bisher sind Expertenkonsile aus den Bereichen Kinderrheumatologie,
-hämatologie, -gastroenterologie, -pneumologie und einigen Stoffwechselerkrankungen erarbeitet worden. „Wir werden die Themenauswahl in Zukunft weiter ausbauen und so auch den Einsatz dieses Programmes für die Praxen noch attraktiver machen. Auch mit den Krankenkassen gibt es bereits Verhandlungen, um das neue telemedizinische Expertenkonsil als festen Bestandteil der kinder- und jugendärztlichen Versorgung zu etablieren“, berichtet Lang.

Weitere Informationen unter www.paedexpert.de

Autor: äin-red