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28.02.2016

Nur mit ausreichend Ruhe kann sich das Gehirn von einer Erschütterung vollständig erholen

Amerikanische Neurowissenschaftler des Georgetown University Medical Center (GUMC) kommen zu dem Ergebnis, dass sich das Gehirn nach einer Gehirnerschütterung nur dann vollständig erholen kann, wenn es ausreichend Zeit zur Regeneration bekommt.

Zur Beurteilung der Fähigkeit des Gehirns, sich von Verletzungen zu erholen, haben Forscher Labormäuse beobachtet. Eine Gruppe von Mäusen erlitt 30 Wochen lang wöchentlich eine leichte Gehirnerschütterung, eine andere täglich im Verlauf von 30 Tagen. Eine dritte Gruppe war nur einmal von einer Gehirnerschütterung betroffen.

Bei einer einzigen Gehirnerschütterung verloren Mäuse kurzfristig 10 bis 15% der neuronalen Verbindungen im Gehirn, aber sie entwickelten keine Entzündungsreaktionen und es starben keine Zellen ab. Diese Regenerationsfähigkeit wurde aber erheblich beeinträchtigt, wenn Mäuse täglich Gehirnerschütterungen erlebten. Bei diesen Mäusen entwickelten sich Entzündungsreaktionen und starb Zellgewebe im Gehirn ab.

"Diese Schäden verschlimmerten sich sogar für zwei Monate und blieben ein Jahr nach dem letzten Ereignis bestehen", erläuterte Professor Mark P. Burns vom GUMC in einer Pressemitteilung. Mäuse, die sich eine Woche von einer Gehirnerschütterung erholen konnten, erreichten eine Wiederherstellung der verlorenen neuronalen Verbindungen im Verlauf von etwa drei Tagen.
"Es ist eine gute Nachricht, dass sich das Gehirn nach einer Gehirnerschütterung regenerieren kann, wenn genügend Zeit gegeben ist, um sich auszuruhen und zu erholen", sagte Burns. "Aber auf der anderen Seite kann das Gehirn Schaden erleiden, wenn es in kurzer Folge aufeinander erschüttert wird." Burns ist der Hauptautor der neuen Studie, die in The American Journal of Pathology veröffentlicht wird.

"Die Ergebnisse bestätigen Beobachtungen bei Menschen und insbesondere bei Sportlern, die zeigen, dass noch Jahre nach solchen Unfällen Schäden im Hirn nachzuweisen sind ", fügte Burns hinzu. "Untersuchungen haben festgestellt, dass fast alle Menschen sich von einzelnen Gehirnerschütterungen spontan erholen, aber Sportler – insbesondere solche, die Kontaktsportarten betreiben, sind viel anfälliger für dauerhafte Hirnschäden. Unsere Erkenntnisse helfen zu verstehen, wie und wann Gehirnerschütterungen und leichte Fälle von Schädeltraumen zu anhaltenden Gehirnschäden führen können."

Kinder und Jugendliche brauchen in der Regel etwa eine Woche bis zehn Tagen Ruhe nach einer Gehirnerschütterung. Bis dahin sollten körperliche und kognitive (geistige) Tätigkeiten nur langsam gesteigert werden. Manche benötigen allerdings einen längeren Zeitraum dafür.

Quelle: UPI, Georgetown University Medical Center, The American Journal of Pathology




Autor: äin-red