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28.03.2016

Neue Forschungsarbeit unterstützt Zusammenhang zwischen Zika-Virus-Infektion und Fehlbildungen

Neue Forschungsergebnisse, die auf den Daten des Zika-Ausbruchs 2013 bis 2014 in Französisch-Polynesien basieren, untermauern weiter einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft und Mikrozephalie (kleiner Kopf mit kleinem Gehirn) bei Babys.

Die Studie wurde in „The Lancet“ veröffentlicht. In dem Artikel schätzen die Autoren, dass Frauen, die sich während des ersten Trimesters der Schwangerschaft mit dem Virus infizieren, ein das Risiko 1 für 100 haben, dass ihr Kind von einer Mikrozephalie betroffen ist. Ob die Ergebnisse sich auf andere Länder übertragen lassen, konnten die Experten noch nicht sagen.

Obwohl das Risiko für ein Baby, bei einer Zika Virus-Infektion von Mikrozephalie betroffen zu sein, im Vergleich zu anderen Infektionen der Mutter relativ gering ist, kommentieren die Autoren, dass es dennoch ein wichtiges Problem der öffentlichen Gesundheit bleibt, weil das Risiko einer Infektion während eines Ausbruchs besonders hoch ist, wie zurzeit in Südamerika.

Erhöhtes Risiko während eines Zika-Ausbruchs

Am 1. Februar 2016 erklärte die WHO aufgrund der wahrscheinlichen Verbindung zwischen dem Zika-Virus und Mikrozephalie den globalen Gesundheitsnotstand. Mikrozephalie ist eine neurologische Anomalie. In Europa und Brasilien werden durchschnittlich etwa 2 pro 10.000 Babys mit Mikrozephalie geboren. Die Kinder kommen mit ungewöhnlich kleinen Köpfen und geringem Gehirnvolumen auf die Welt, was meist zu geistiger Behinderung führt sowie Sprachstörungen und Verhaltensstörungen zur Folge hat. Ursachen können genetische und Umweltfaktoren sein, aber auch Virusinfektionen während der Schwangerschaft (wie Röteln oder Herpes) oder Alkoholkonsum oder Bluthochdruck-Erkrankungen der schwangeren Mutter.

Der Zika-Ausbruch in Französisch-Polynesien begann im Oktober 2013 und erreichte im Dezember 2013 seinen Höhepunkt, um im April 2014 zu enden. In diesem Zeitraum suchten mehr als 31.000 Menschen den Arzt mit Verdacht auf eine Zika-Virus-Infektion auf.

Im Laufe des Ausbruchs wurden 8 Fälle von Mikrozephalie identifiziert. Davon wurden fünf Schwangerschaften durch eine medizinische indizierte Abtreibung (durchschnittliches Gestationsalter 30,1 Wochen) beendet und 3 Kinder wurden geboren. Fast alle Fälle von Mikrozephalie (7; 88%) traten in einem 4-Monats-Zeitraum gegen das Ende des Ausbruchs auf.

Anhand verschiedener mathematischer Modelle berechneten die Forscher auf der Basis der Daten des Ausbruchs das Risiko für Mikrozephalie. Demnach ist das erste Trimester der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko assoziiert. Die Wissenschaftler waren in der Lage, das Risiko der Geburt eines Kindes mit Mikrozephalie bei Frauen, die sich mit dem Zika-Virus im ersten Trimester der Schwangerschaft infizierten, auf 95 bei 10.000 Frauen (oder etwa 1 zu 100) zu schätzen.

Quelle: ScienceDaily, The Lancet


Autor: äin-red