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11.08.2014

Moralische Geschichten mit „Happy End“ haben anscheinend erzieherische Wirkung

Moralische Geschichten mit positiven Ausgang beeinflussen das Verhalten von Kindern. Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Wissenschaftler um Prof. Dr. Kang Lee von der Universität in Toronto.

Laut den Kanadiern bewegt ein Märchen, in welchem sich die Ehrlichkeit eines Helden bewährt, ein Kind eher dazu, die Wahrheit zu sagen, als eine Erzählung, die die negativen Folgen des Lügens deutlich macht, wie z.B. „Pinocchio“.

Märchen wurden schon lange eingesetzt, um kleinen Kindern kulturelle und moralische Werte zu vermitteln. Aber bisher gibt es noch kaum Studien, die die Wirkung dieser Geschichten untersucht haben. Laut Prof. Lee sollten Eltern nicht davon ausgehen, dass klassische Märchen automatisch moralisches Verhalten fördern. Seine Kollegin Prof. Dr. Victoria Talwar von der McGill Universität, erklärt, dass sie als Eltern von kleinen Kindern wissen wollten, ob die Geschichten in ein Ohr rein und das andere ras gehen oder ob die Kinder sich die Botschaft einer Geschichte zu Herzen nehmen.

Die Psychologen überprüften dies mit 268 Kindern im Alter zwischen drei und sieben Jahren. Jedes Kind sollte ein Spielzeug anhand des Geräusches das es machte, erraten. Inmitten des Spiels verließ der mit spielende und fragende Erwachsene den Raum für eine Minute mit der Anweisung, nicht auf das Spielzeug zu schauen, das sich auf einem Tisch befand. Für die meisten Kinder war diese Versuchung zu groß.

Der Erwachsene kam mit einem Buch zurück und las daraus den Kindern unterschiedliche moralische Geschichten vor. Im Anschluss fragte er das Kind, ob es geschummelt habe und nach dem Spielzeug geschaut habe. Es zeigte sich, dass Kinder nur nach einer Geschichte, in der die Ehrlichkeit eines Menschen gelobt wurde und für einen guten Ausgang sorgte, dazu tendierten, die Wahrheit zu sagen – und zwar um das Dreifache häufiger als Kinder, die andere Märchen gehört hatten. In einem zusätzlichen Versuch, änderten die Forscher die Geschichte und gaben ihr einen schlechtes Ende. Hier waren die Kinder nicht mehr bereit, ihre Überschreitung zu gestehen.

Quelle: MedicalNewsToday, Psychological Science



Autor: äin-red