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18.02.2016

Magersucht im Vergleich zu anderen Essstörungen mit erhöhter Sterblichkeit verbunden

Patienten mit Magersucht (Anorexia nervosa) haben im Vergleich zu Patienten mit anderen Essstörungen ein höheres Risiko, an den Folgen der Krankheit zu versterben. Zu diesem Schluss kamen Psychologen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Menschen mit Essstörungen haben im Allgemeinen ein erhöhtes Sterberisiko, doch für Patienten mit Anorexia nervosa (AN) ist es besonders hoch -  verglichen mit Ess-Brech-Sucht bzw. Bulimia nervosa (BN), Fresssucht bzw. Binge Eating Disorder (BED) und anderen Essstörungen (Eating Disorder Not Otherwise Specified: ED-NOS). Davon berichten Münchner Forscher im „International Journal of Eating Disorders“.
Prof. Dr. Manfred Maximilian Fichter und Dipl.-Psych. Norbert Quadflieg von der Universität München untersuchten die langfristige Sterblichkeit, die Todesursachen und Prädiktoren (Faktoren mit Vorhersagewert) für einen frühen Tod bei Patienten im Essstörungen. Sie werteten die Daten von 5.839 Patienten aus, die aufgrund ihrer Essstörung im Krankenhaus behandelt worden waren (1930 mit BN, 363 mit BED, 1907 anderen, nicht näher bezeichneten Essstörungen und 1639 mit AN).

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die standardisierten Mortalitätsraten für AN bei 5,35 lagen - gegenüber 1,49 für BN, 1,50 für BED und 2,39 bzw. 1,70 für eng definierte und allgemein definierte andere Essstörungen. Insbesondere Patienten mit Magersucht verstarben vorzeitig im Vergleich zu Patienten mit BN, BED und anderen Essstörungen. Wichtige Prädiktoren für eine kürzere Lebenszeit waren u.a. die Diagnose „Magersucht“, eine Chronifizierung der Essstörung und später Beginn der Krankheit. Bei Bulimie beendeten Patienten in einigen Fällen auch durch Selbstmord ihr Leben verfrüht. Magersucht-Patienten starben überwiegend an den Folgen ihrer Essstörung in jungen Jahren.

"Die Sterblichkeit bei Magersucht ist hoch und deutlich höher als bei BN, BED und ED-NOS", schreiben die Autoren.

Quelle: HealthDay, International Journal of Eating Disorders


Autor: äin-red