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19.02.2016

Können Gesundheitsportale jugendlichen Patienten nützen?

Diese Fragen stellten sich amerikanische Forscher der Universität von Florida und testeten die Verwendung eines elektronischen Patienten-Portals für Heranwachsende.

© Rawpixel - Fotolia.com

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Die Wissenschaftler fanden heraus, dass jugendliche Patienten zwischen 12 und 18 Jahren das Portal ebenso wie Eltern von jüngerer Kindern nutzten, wenn sie einen privaten Zugang zu ihrem Gesundheitsportal erhielten. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im „Journal of Adolescent Health“ veröffentlicht.

"Unsere traditionellen Kommunikationswege sind für Jugendlichen unzureichend", vermutet Prof. Dr. Lindsay A. Thompson. "Wir brauchen einen besseren Weg, um Jugendliche zu erreichen, vor allem, wenn die Vertraulichkeit wichtig ist."

Die Experten beobachteten, wie Teenager über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren das Portal gebrauchten und verglichen ihre Nutzungsmuster mit denen von Eltern mit Kindern unter 11 Jahren. Während dieser Zeit zeigten Jugendliche die gleichen "Durch-Klick"-Muster wie Eltern von kleinen Patienten und meldeten sich nur geringfügig seltener wie Eltern an, um einen Überblick über Labortests, Medikamente und Ähnliches zu bekommen. Jugendliche verschickten aber weniger Nachrichten im Vergleich zu den Eltern. Nur 37% der Jugendlichen sendeten private Nachrichten im Vergleich zu 84% der Eltern von jüngeren Kindern. Aber den Experten zufolge sei dies bei Jugendlichen bereits ein Erfolg.

Moderne Kommunikationswege können Transition bzw. Übergang in die Erwachsenenmedizin erleichtern

Ein elektronisches Patientenportal bietet zahlreiche Vorteile für Jugendliche, die sich mehr Vertraulichkeit wünschen. Weil Teenager immer noch mit den Eltern und Erziehungsberechtigten zusammenleben, kann das Übermitteln von Testergebnissen, wie beispielsweise Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten, problematisch sein.

Thompson erklärte, in den USA bitten Pädiater und Ärzte, wenn ein Kind etwa 11 Jahre alt geworden ist, deren Eltern, zeitweise das Sprechzimmer zu verlassen, so dass Ärzte auch sensible Fragen stellen können. "Wir wissen, wie unangenehm und neu es für Jugendliche ist, einen Teil eines Termins ohne einen Elternteil mit dem Arzt zu sprechen", sagte Thompson. "Aber es ist eine gute Lernerfahrung für Jugendliche."

Der Zugriff auf ein eigenes Portal und die direkte Kommunikation mit den Ärzten hilft bei der Vorbereitung der Jugendlichen auf die Erwachsenenzeit, in der sie sich selbständig um ihre Gesundheitsversorgung kümmern müssen. Die Verwendung eines solchen Systems könnte auch dazu beitragen, den Weg für eine bessere Gesundheitsversorgung im jungen Erwachsenenalter zu ebenen, sagte Thompson.

"Im Rahmen von E-Mails Fragen zu stellen und Antworten zu verarbeiten, ist ein ideales geschütztes Format zum Üben, da junge Menschen in der heutigen Zeit sowieso auf diese Weise Informationen erwerben", so Thompson. "Ich glaube, eines der größten Hindernisse für den Übergang in die Erwachsenenmedizin ist herauszufinden, wie und wo man Vorsorgeuntersuchungen erhalten kann. Junge Erwachsene gehen nicht so oft zur Vorsorge, wie sie sollten, und dies könnte ein moderner Ansatz verbessern."

Quelle: Medical NewsToday, Journal of Adolescent Health


Autor: äin-red