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16.12.2015

Grippe: Umfeld von gefährdeten Babys sollte geimpft sein

Die Grippe (Influenza) ist eine wesentliche Ursache für schwere Erkrankungen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bei Säuglingen unter sechs Monaten weltweit.

„Da Kinder unter einem halben Jahr noch nicht gegen Influenza geimpft werden können, sollten sich alle Personen, die engen Kontakt zu einem Baby haben, gegen Grippe impfen lassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Säugling unter einer chronischen Grunderkrankung leidet“, rät Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Nahe Bezugspersonen könnten so den Säugling nicht mehr infizieren, das Baby wäre durch eine Art ‚Kokon-Effekt‘ geschützt.

„Neugeborene und wenige Monate alte Kinder haben ein noch nicht voll ausgereiftes Immunsystem, das zudem noch keine Berührung mit Grippeviren hatte und so auch keine körpereigene Abwehr dagegen entwickeln konnte“, begründet Dr. Niehaus, warum kleine Kinder bei einer Grippeepidemie neben älteren Menschen besonders gefährdet sind. Bei Babys bis zu 5 Monaten müssen laut einer amerikanischen Studie, die die Grippefälle von 2000 bis 2004 auswertete, mehr als vier (4,5) von 1.000 Kindern aufgrund einer Grippeerkrankung stationär behandelt werden, während bei der Altersgruppe bis zu fünf Jahren (59 Monaten) die Hospitalisierungsrate nur bei knapp einem Kind (0,9) pro 1.000 lag.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt, ältere Säuglinge (ab 6 Monaten), Kinder und Jugendliche mit chronischen Grunderkrankungen, wie wiederholt auftretender obstruktiver Bronchitis, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Niere oder mit neurologischen Krankheiten jährlich gegen Grippe zu impfen. Für Zwei- bis Sechsjährige mit chronischen Krankheiten sollte der STIKO zufolge dafür ein Nasenimpfspray bevorzugt werden. Derzeit sind schätzungsweise aber nur 18% aller minderjährigen Risikopatienten, die geimpft werden können, gegen Grippe immunisiert.

Quellen: pädiatrie hautnah, Human Vaccines & Immunotherapeutics, Pneumologe
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.



Autor: äin-red